Eschweiler: Ohne Ehrenamtler wäre vieles gar nicht erst möglich

Eschweiler: Ohne Ehrenamtler wäre vieles gar nicht erst möglich

Hoher Besuch machte Freitagvormittag in der Indestadt Halt: Gisela Walsken, Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Köln, besuchte die Sporthalle des Berufskollegs an der August-Thyssen-Straße, in der seit Mitte Oktober Flüchtlinge untergebracht sind.

Derzeit leben in der Sporthalle 180 Menschen. Sie stammen meist aus Syrien, einzelne aus Afghanistan. Ein Drittel von ihnen ist minderjährig, die Hälfte davon sogar unter zehn Jahre alt. Am Montag werden 150 Menschen die Erstunterkunft verlassen und Kommunen zugewiesen.

Walsken nutzte ihren Besuch nicht nur, um sich die Erstunterkunft genauer anzuschauen, sondern vor allem um den ehrenamtlichen Helfern im Rahmen des Ehrenamtstages für ihren Einsatz zu danken.

Die Johanniter kümmern sich um die Bewohner und sorgen nicht nur dafür, dass diese nach ihrer Ankunft untersucht und registriert werden, sondern bieten auch ein Programm für Klein und Groß an. Während die Kinder fleißig malen können, wird für die Älteren ab und zu Sport angeboten.

Über Grundversorgung hinaus

Außerdem finden dreimal in der Woche Deutschkurse statt. „Es ist wichtig, dass wir den Menschen zeigen, dass sie hier willkommen sind und dass wir etwas für sie tun, das über die Grundversorgung hinaus geht“, sagt Dr. Tobias Eilers, der bei den Johannitern für Medien und Fundraising zuständig ist.

Doch Eilers weiß, dass diese Arbeit ohne Ehrenamtler kaum zu stemmen ist. 25 engagierte Personen kümmern sich um die Menschen in der Unterkunft. Zu ihnen gehören auch Christoph Bartz, Anuschka Köhler und Maurice Heisinger.

Bis Mai 2016 soll die Sporthalle des Berufskollegs noch als Erstunterkunft dienen. Walsken machte bei ihrem Besuch allerdings deutlich, dass die Bezirksregierung für Entlastung sorgen will. Bis Februar soll ein Großteil der Sporthallen in Nordrhein-Westfalen wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.

Eine Neuerung gab es in dieser Woche bereits: Seit Montag ist Markus Görnitz, Mitarbeiter der Landesverwaltung, in der Indestadt und fungiert als Bindeglied zwischen den Helfern vor Ort und der Bezirksregierung.

(se)
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