„Ömmesönz“-Laden der AWA in Eschweiler wird drei Jahre alt

„Ömmesönz“-Laden wird drei Jahr alt : 400 Bürger haben Gebrauchtes abgegeben, anstatt es wegzuwerfen

Rein theoretisch war in den vergangenen drei Jahren mindestens jeder dritte Eschweiler Bürger im „Ömmesönz“-Laden. Ja, genau in dem kleinen Ladenlokal am Langwahn mit dem plattdeutschen Namen. Ömmesönz heißt: umsonst.

Wer dort reingeht, bekommt gebrauchte Ware für umme, damit sie nicht im Müll landen, obwohl sie noch verwertbar sind. Seit September 2016 haben das statistisch 18.000 Personen genutzt; darunter Stammkunden, die jedes Mal neu dazu gezählt wurden.

Hinzukommen 4000 Menschen, die Deko, Besteck, Geschirr oder andere Kleinware dort abgegeben haben. Macht: 22.000 Personen, die per Strichliste festgehalten sind. „Nicht gezählt haben wir die Personen, die nur mal reingeschaut haben und nichts mitgenommen haben“, sagt Regina Brück.

Sie arbeitet beim regionalen Abfallentsorger Awa, der den „Ömmesönz“-Laden betreibt. Das ehrenamtliche Personal stellt die Arbeiterwohlfahrt, bis zu fünf Personen sind jeden Mittwoch (9-12 Uhr) und Freitag (15-18 Uhr) vor Ort.

Die Geschichte des Ladens ist kurios: Es begann im November 2012 mit der „Wunderkiste“, der grünen Holzhütte am Talbahnhof, in der sich Interessenten selbst bedienen konnten. Die brannte aber zwei Mal nieder, wurde ein Mal zerstört, und auch das Miteinander klappte bei den Kunden nicht – um es gelinde auszudrücken. Es war nämlich niemand regelmäßig vor Ort, der alles im Blick hatte.

Bei der Awa verantwortlich für den „Ömmesönz“-Laden: Regina Brück. Foto: ZVA/Carsten Rose

Das war rückblickend der Grund, warum das Pilotprojekt der Awa am Talbahnhof scheiterte. „Das war schade, weil wir uns mehr erhofft hatten“, sagt Regina Brück. Die Kiste steht nun am Entsorgungszentrum in Warden, dort kann Ware noch abgegeben werden. Andernorts gibt es die „Wunderkisten“ auch noch: in Stolberg, Aldenhoven, Nideggen und Merzenich. „So ein Angebot braucht Kümmerer, dann klappt das auch“, betont Regina Brück. Deswegen ist sie auch „superdankbar“, dass die Ehrenamtler der Awo den kleinen Laden am Langwahn in Schuss halten. Die Awa könnte den Service nicht leisten.

Im „Ömmesönz“ darf jeder Kunde maximal drei Dinge mitnehmen. Anders sieht es bei Gestecken und Servier-Sets aus, davon werden auch mehr als drei zusammengehörende Teile ausgegeben. Zu Dutzenden vorhanden sind Blumentöpfe. Und ein Klassiker im Angebot: Porzellan. Dafür stünden die Leute auch Schlange, berichtet Regina Brück. „Wir bekommen ganz tolles, mitunter auch teures Geschirr und Besteck rein, das die Bürger nach einer Haushaltsauflösung von Oma oder Mutter nicht mehr gebrauchen können. Und auch teure Vasen“, sagt Brück.

Besonders beliebt im „Ömmesönz“-Laden: Porzellan. Foto: ZVA/Carsten Rose

Spielsachen türmen sich besonders nach Weihnachten, und je nach Jahreszeit wechseln die Mitarbeiterinnen die Dekoartikel aus. Im Keller steht derzeit ein ganzer Schrank voller Herbst- und Weihnachtsartikel. Bücher können im Laden nicht abgegeben werden, ebenfalls keine Kleidung und Möbel. Die sind bei der kostenlosen Anlaufstelle „Kleiderkammer und Möbellager“ – einem Angebot der Awo – an der Talstraße abzugeben.

Der Schriftzug „Ömmesönz“ fällt auf am Langwahn, doch noch immer nicht alle Eschweiler würden wissen, was genau dahinter steckt, sagt Regina Brück. Wenn sie das privat mitbekommt, spricht sie Bürger auch mal darauf an, wie beim Bäcker, erzählt sie: „Da habe ich mal mitbekommen, dass andere Kunden über eine Haushaltsauflösung gesprochen haben und nicht wussten, wohin mit den Sachen.“ Brück hatte einen Tipp parat.

Der „Ömmesönz“-Laden ist bis einschließlich 23. August geschlossen. Waren können wieder ab Mittwoch, 28. August, abgegeben oder mitgenommen werden.

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