Eschweiler: NRW-Mannschaftsmeisterschaft im Kendo zum letzten Mal in Eschweiler

Eschweiler : NRW-Mannschaftsmeisterschaft im Kendo zum letzten Mal in Eschweiler

Japanischer Schwertkampf in sportlicher Form, das ist „Kendo“. In dieser besonderen Kampfkunst fand die NRW-Mannschaftsmeisterschaft jetzt zum letzten Mal in Eschweiler statt.

„In unserer Stadt ist Kendo äußerst beliebt, wir haben hier auch viele Frauen, die sich dafür interessieren und momentan zehn neue Anfängerinnen“, erzählte Claudia Heineke vom Vorstand der Abteilung Kendo des 1. Budo-Clubs Eschweiler. Geschäftsführer Hans-Uwe Düster zeigte sich ebenfalls begeistert: 60 Teilnehmer durfte er in der Sporthalle an der Kaiserstraße begrüßen.

Besonderer Ehrengast

Und einen ganz besonderen Ehrengast: den Vorsitzenden des Kendo-Verbands Nordrhein-Westfalen, Thorsten Mesenholl. „Kendo ist und bleibt eine Randsportart, die im NRW von 800 Männern und Frauen und bundesweit von 8000 Sportlern betrieben wird“, erzählte er. Der besondere Reiz liege in der Konzentration auf den eigenen Körper. Thorsten Mesenholl ist selbst seit 30 Jahren begeisterter Kendo-Kämpfer, kam übers Kickboxen, Karate und American Football dorthin. Mittlerweile hat er mit dem sogenannten 6. Dan einen besonders hohen Rang erreicht und kämpft sogar mit zwei Schwertern.

Schwert aus Bambus

Die Kampfkunst Kendo basiert auf den Techniken der Samurai. „Es ist ein Zweikampf, ein Trainieren mit dem Schwert, ohne andere zu verletzen“, betont Claudia Heineke. Das Sportgerät, welches das Schwert symbolisiert, besteht aus dem Bambus Shinai, was übersetzt „nicht tödlich“ heißt. Beim freien Kampf in der Halle hören die Zuschauer viele Schreie, die typisch für Kendo sind. Das Schreien, der sogenannte „Kiai“, lässt den Sportler einerseits entspannen und die Kraft in den Schlag legen, andererseits zeigt der Schrei auch die Trefferzone an, damit der Treffer gültig ist.

Der Nachmittag in Eschweiler verflog für die teilnehmenden Teams förmlich. Hoch motiviert stellten sie sich den Zweikämpfen. Die moderne Art des ursprünglichen japanischen Schwertkampfs, wie ihn die Samurai erlernten und lebten, ist von großer Fairness und Respekt geprägt. Siegreich war am Ende die Mannschaft DJSG Köln mit ihrem Kapitän Kei Sallmon. Nach der Siegerehrung wurden zur Erinnerung noch viele Fotos gemacht. Für die Eschweiler Vereinsmitglieder war ein Wermutstropfen dabei, denn nächstes Jahr findet die NRW-Mannschaftsmeisterschaft in Witten statt.

Die japanischen Kampfkünste unter dem Oberbegriff „Budo“ werden in Eschweiler seit 1971 trainiert. Dabei geht es auch um eine „innere Philosophie“, denn Budo ist traditionell nicht nur auf Kampftechniken ausgerichtet, sondern fördert besonders die Persönlichkeitsentwicklung.

Neben der körperlichen Fitness werden Entschlossenheit, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Disziplin und Mut gefördert, wie Hans-Uwe Düster erklärt. Es gehe um körperliche und geistige Ertüchtigung in den Disziplinen Judo, Kendo und Aikido. Rund 50 Mitglieder hat der Verein zur Zeit und auch Kinder und Jugendliche werden hier herangeführt, lernen im Sport ein faires, selbstbewusstes Miteinander und eine Begegnung mit Disziplin und Respekt. Ein unverbindliches Probetraining ist jederzeit möglich.

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