Eschweiler: New Yorker Musik-Flair im Talbahnhof

Eschweiler: New Yorker Musik-Flair im Talbahnhof

Mike Longo, Alvin Queen, Buster Williams, Bob Cranshaw, wer mit solchen Jazz-Legenden die berühmtesten Clubs New Yorks bespielt und regelmäßig als Studiomusiker gebucht wird, hat doch eigentlich alles erreicht, was ein Musikerleben hergibt.

Doch mit dem Besuch eines Konzerts des australischen Gitarristen Tommy Emmanuel wurde seine Leidenschaft für das Fingerpicking entfacht und seitdem verzückt Adam Rafferty seine Fans weltweit mit seiner außergewöhnlichen Interpretation berühmter Songklassiker Stevie Wonders oder Michael Jacksons sowie mit gefühlvollen eigenen Kompositionen.

„I hope you genießt es“, die Hoffnung des sympathischen New Yorkers sollte sich am Freitagabend im Talbahnhof auf ganzer Linie erfüllen. Von Blues à la Ray Charles („But on the other hand“) bis Funk-Interpretationen von Stevie Wonders Hit „Superstition“ reichte das Repertoire, das Rafferty am Freitagabend seinem restlos begeisterten Publikum zu Gehör brachte. Mit enorm vielseitigen Fingerpickings verschafft der Gitarrist Klassikern wie Abbas „Dancing Queen“ eine ganz neue Dynamik und lässt seine eigenen Kompositionen wie „Shelter Island“ oder die Ballade „Jil´s Song“ sehr eingängig wirken.

Das sogenannte Fingerpicking wird bei instrumentaler Gitarrenmusik verwendet. Dabei werden die Saiten der Gitarre mit Zeige-, Mittel- und Ringfingern einzeln angeschlagen und nicht gleichzeitig mit dem Daumen.

Den österreichischen Wurzeln seiner Großeltern mütterlicherseits ist es zu verdanken, dass Rafferty ein erstaunlich gutes Deutsch spricht und so mit seinen humorvollen Ansagen für zusätzliche Stimmung sorgt.

Rafferty wurde im New Yorker Stadtteil Harlem geboren und begann schon im Alter von sechs Jahren Gitarre zu spielen. Mit zwölf war er Mitglied einer Hard Rock Band, mit 18 zog es ihn zum Rap und Hip Hop. Schon mit 19 schaffte er den Durchbruch als professioneller Gitarrist.

Seitdem weiß er, wie er sein Publikum begeistern kann. So auch am Freitag, zum Beispiel als „Boop Boop“-Chor bei Michael Jacksons „Billie Jean“.

Echte Hingucker waren zudem die Percussion-Einlagen Adam Raffertys, der auf seiner Gitarre nicht nur mehrere Melodie- und Basslinien simultan spielen kann, sondern auch das Instrument zudem als Percussion-Drum einsetzt. Wenn dann noch die Beatbox wie bei „Superfreak“ hinzu kommt, ersetzt Rafferty als One-Man-Show eine ganze Band.

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