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Eschweiler: Neues im Talbahnhof: Fünf auf einen Streich gleich nach Feierabend

Eschweiler : Neues im Talbahnhof: Fünf auf einen Streich gleich nach Feierabend

Feierabend — zurücklehnen: Fünf auf einen Streich präsentierten sich an dem Tag, an dem andere das Wochenende bereits wieder herbeisehnen.

Am Montagabend feierte die Reihe „Feierabend-Comedy“ ihre Premiere im Talbahnhof Eschweiler. Lukas Wandke, Sertac Mutlu, Marten de Wall, Amjad und Thomas Spitzer, Comedians wahrlich unterschiedlichster Couleur strapazierten nacheinander die Lachmuskeln und erhitzten den sowieso schon vom milden Frühling aufgewärmten Talbahnhof.

Freudestrahlend und seine Freude auch zum Ausdruck bringend, betrat zu aller erst Lukas Wandke die Bühne im Kulturzentrum und lobte die Gäste für ihr Engagement, die Plätze an einem Montagabend bei einem neuen Format zu füllen. Nicht gänzlich unbekannt gelten die fünf Humoristen dennoch als Newcomer und stehen neben dem Gemeinschaftsprojekt teilweise auch am Anfang ihrer Solokarrieren. Mit „Feierabend-Comedy“ sind sie neben weiteren Comedians in einem Pool, der nach der letzten Arbeitsstunde für Spaß und Unterhaltung sorgen soll und damit zunächst durch den Norden und Westen der Bundesrepublik tourt.

Das Opening gestaltete also Wandke, rastlos und nimmermüde. Er war es auch, der als Moderator den roten Faden des Abends in den Händen hielt. Seine Geschichten unterhielten über Sinnfreies, beispielsweise Segway-Polizei und Kofferläden an Flughäfen.

Die Nummer Zwei war Sertac Mutlu, der bereits bei Nightwash und Rebell-Comedy seine humoristischen Qualitäten unter Beweis stellte. Der aus Köln Stammende mit türkischer Herkunft philosophierte über die heutige Hilfsbereitschaft und rätselte, was herauskommt, wenn man Türken und Asiaten kreuzt. Schon am Wochenende folgt die Wiederholungstat, Mutlu tritt Samstagabend allein im Talbahnhof auf.

Langsamere Töne

Der Dritte schlug im Gegensatz zu seinem Vorgänger leisere und vor allem langsamere Töne an. Marten de Wall beherrschte das Spiel mit der Sprache, vor allem aber auch das mit seiner gleichzeitig imposanten wie schüchternen Erscheinung. Das Resultat war schallendes Gelächter und die Erkenntnis, dass manche Witze nur bei bestimmten Typen zünden.

Amjad betrat als Viertes die Comedy-Bühne und entpuppte sich als munterer Palästinenser, der Donald Duck originalgetreu imitierte. Wie seine Kollegen mittlerweile in der Domstadt beheimatet, legte er ein Experiment eines einstigen Kölners neu auf. Das „Zicke Zacke Zicke Zacke“-Spiel von Jonny Buchardt funktionierte auch bei Amjad. Er gab zu, diese blinde Gefolgschaft funktioniere ebenfalls in der Moschee. Er ist im Oktober wieder auf der Eschweiler Bühne zu sehen, dann mit seinem Soloprogramm.

Tim Bendzko in hässlich

Die letzte Nummer der ersten Halbzeit gab Thomas Spitzer zum Besten, der sich selbst als Tim Bendzko in hässlich ankündigte. Bei ihm wurde deutlich, was passiert, wenn ein nahezu Unbekannter das Terrain betritt und die Leute dank Lacher mit und mit auf seine Seite zieht. Ehe alle fünf nach der Pause ein zweites Mal unterhielten, kündigte Moderator Wandke ein Gewinnspiel an. Bedingung war die Kommentierung der Veranstaltung im sozialen Netz als Schlagzeile. Ähnlich erfolgsversprechend wie der Slogan eines Bankinstituts und treffend titelte einer der Gewinner: „Feierabend-Comedy: Gut.“

(mah)