Eschweiler: Neue Serie der Konzertreihe „Blues meets Rock“ im „CheckIn“

Eschweiler: Neue Serie der Konzertreihe „Blues meets Rock“ im „CheckIn“

Als die kurzfristige Anfrage kam, hätten sie zunächst gezögert, erzählt Stan Webb. Jetzt strahlt der Engländer, ist froh, dass er „Blues meets Rock“ eine Zusage gegeben hat. Die Tourwork-Reihe ist nach einem Gastspiel im Übach-Palenberger „Outbaix“ zurück in Eschweiler, „wo sie auch hingehört“, so Kulturmanager Max Krieger.

Das sehr gemütliche Zwischendomizil „CheckIn“ (ehemalige „Oase“, mittelfristig soll die Reihe im ehemaligen Glory‘s ihre Heimat finden) bestand seine Feuertaufe mit Bravour — und erlebte ein tolles Konzert mit dem britischen Blues-Rocker der ersten Stunde.

Tourwork-Mann Klaus Schmidt verweist zu Beginn des Konzerts auf die Ohrstöpsel, die es an der Kasse gibt: „Stan mag es eben laut und lässt sich das auch nicht nehmen“. Nun — sooo laut war es dann doch nicht und die Stöpsel blieben dann doch eher Ladenhüter, derweil die Band auf dem Podium dennoch anständig Druck produzierte.

Legende? Ikone? Beides trifft auf „Stan the Man“ nicht wirklich zu. Aber dennoch muss man sich fragen, wie sich der britische Blues(rock) entwickelt hätte, hätte es da nicht diese ehrliche Arbeiterhaut an der Gitarre gegeben. In seinen Bands gaben sich seit 1968 (!) diverse englische Bluesgrößen die Klinke in die Hand. Mit Etta James‘ „I’d rather go blind“ (damals noch mit Christine Perfect am Gesang, die später dann bei Fleetwood Mac einstieg) und „Poor Boy“ landete Stan sogar so etwas wie zwei Hits.

Beide Nummern spielt er in Eschweiler am Ende des Programms. Ebenso seinen Klassiker „Daughter of the hillside“ vom gleichnamigen Album. Bis dahin haben sich er und seine Band (Gary Davies/git., John Baird Ellis/b und Drummer Romuald Parol) veritabel durch die Vier-Viertel und in die Beine des wippenden Publikums gerockt.

Webb ist keiner jener „Saitenreiter“, deren höchstes Glück darin besteht, möglichst viele Noten mit Turbo-Tempo in einen Takt zu pressen. Wo die musikalische Wiege steht, macht schon der Opener klar: Lowell Fullsoms „Reconsider Baby“. Es ist halt der Blues, den Webb allerdings schon immer gerne rockig ausgelegt und bisweilen auch mit psychedelischen Elementen unterfüttert hat.

Am 3. Februar hat Stan Webb seinen 67. Geburtstag gefeiert. Ein paar Tage später feiert ihn das Eschweiler Publikum, erklatscht sich behände eine Zugabe, bei der Webb, wie auch zwischendurch mal immer wieder, seine Gibson mit einem Slide (Glasrohr) bearbeitet. Es gibt etwas Elmor James-Mäßiges, in einem atemberaubend laszivem Tempo.

Tempo machen heißt’s allerdings nach dem Gig. Noch in der Nacht geht’s zurück auf die Insel, trotzdem findet Webb noch Zeit LPs, CDs und Plakate zu signieren.

Die nächsten Konzerte im „CheckIn“: Virgil & The Accelerators (5.3.), Pat McManus (8.4.), Lance Lopez (7.5.).

(wah)