Eischwiele: Narren schlagen wieder mehr über die Stränge

Eischwiele : Narren schlagen wieder mehr über die Stränge

Ob verkleidet als blaue Krümelmonster, Ninja Turtles oder Waldtiere, die Eschweiler Jecken präsentierten am Donnerstag erneut eine Vielfalt an kreativen Kostümen. Zahlreiche Narren trotzten dem schlechten Wetter und feierten standhaft und ausgelassen auf den Straßen, auch wenn gerade am Markt deutlich mehr lichte Stellen zu finden waren als noch im Vorjahr.

Entsprechend dicht gedrängt war es in den Festzelten. Umfallen konnte man beispielsweise im Karnevalszelt der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße nicht. „So etwas haben wir noch nicht erlebt“, freute sich Johannes Gastreich, Vorstand der Raiffeisen-Bank Eschweiler, über so viel Besuch.

Strahlende Gesichter: Ob im prall gefüllten Festzelt der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße (Bild oben) oder auf dem Markt, die Jecken feierten Altweiberfastnacht ausgelassen. Foto: K. Salla/G. Knuspert/G. Punktet

Dicht an dicht drängten sich die bunt kostümierten Jecken und so zog auch erst einmal Prinz René samt Gefolge wieder von dannen und versprach später noch mal reinzuschauen. Denn ein „Reinkommen“ war (zeitweise) so gut wie nicht möglich. Das miese Wetter ließ die Zelte, Säle und Kneipen am Donnerstag aus allen Nähten platzen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, denn Platz zum Schunkeln (wenn es schön in die gleiche Richtung geht) ist in der kleinsten Hütte.

Strahlende Gesichter: Ob im prall gefüllten Festzelt der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße (Bild oben) oder auf dem Markt, die Jecken feierten Altweiberfastnacht ausgelassen. Foto: K. Salla/G. Knuspert/G. Punktet

Auch Axel Johnen, Leiter der Eschweiler Feuerwache, bestätigte auf Anfrage, dass die Stimmung zumindest bis zum späten Nachmittag überwiegend friedlich gewesen sei. Von Aggressionen in der Inde-stadt keine Spur. Und dennoch: Der Tag gestaltete sich für die Rettungskräfte nicht so entspannt wie erhofft.

Schwer zu schleppen: Die Kellner in den Festzelten hatten Schwerstarbeit zu leisten. Foto: B. Packt

Bis zum späten Nachmittag verzeichnete die Feuerwehr 16 karnevalsbedingte Einsätze. Die Ursache war überwiegend Alkoholmissbrauch. Nach Einschätzungen der Feuerwehr schlugen damit deutlich mehr Jecke über die Stränge als im Vorjahr. 2015 mussten die Rettungskräfte bis in die späte Nacht lediglich 18 Mal ausrücken müssen, berichtete Johnen und ergänzte: „Wir hätten aufgrund des schlechten Wetters nicht mit dieser Anzahl an Einsätzen gerechnet.“

Dabei sei es bis 14 Uhr noch vergleichsweise ruhig gewesen. Am Nachmittag hingegen waren die Einsatzkräfte zeitweise mit sechs Rettungswagen parallel im Einsatz. Der „Schub“, wie Johnen es ausdrückte, habe dieses Jahr deutlich früher eingesetzt als in den Vorjahren. Da stieg die Anzahl der Einsätze erst gegen 17 oder 18 Uhr.

Die gute Nachricht: Das Glasverbot scheint weiterhin seine Wirkung zu erzielen, Schnittwunden habe es keine gegeben. Auch Schlägereien konnten der Leiter der Feuerwehr bis zum späten Nachmittag glücklicherweise nicht vermelden. Keine Vorkommnisse gab es laut Johnen auf der Marienstraße. Viele Narren hätten wohl lieber im Trockenen gefeiert.