Eschweiler: Nachhaltiger Umgang: Gäste aus China erkunden sich beim Förster

Eschweiler: Nachhaltiger Umgang: Gäste aus China erkunden sich beim Förster

Kurz und intensiv war der Aufenthalt der chinesischen Delegation in Eschweiler. Aus Shaanxi reiste die fünfköpfige Gruppe an und lauschte nach Begrüßung von Peter Schöner und Annelene Adolphs vom Europaverein GPB, was der Förster der Städte Eschweiler und Würselen, Marco Lacks, zum Thema nachhaltiger Umgang mit dem Wald zu berichten hatte.

Denn nachdem in China jahrelang der ökonomische Nutzen im Mittelpunkt stand, will man nun der Zerstörung der Natur mit Nachhaltigkeit entgegentreten.

Shaanxi ist eine der über 20 Provinzen in China, vergleichbar mit den Bundesländern in Deutschland, und liegt mit rund 37 Millionen Einwohnern ziemlich genau in der Mitte der asiatischen Volksrepublik. Fünf Delegationsmitglieder aus dieser Provinz, darunter Li Sanyuan und Kang Zhongtao, Minister der Forstwirtschaft und der Finanzen, und Experten in den Bereichen Forstwirtschaft und Landschaftsarchitektur ließen sich von Marco Lacks unterrichten.

Er stellte fest, dass in Deutschland verhältnismäßig viel geregelt ist. Nachdem hierzulande in vergangenen Jahrzehnten ein sorgloser Umgang mit der Natur und insbesondere dem Wald zu Problemen führte, erkannte man die Notwendigkeit, mit gesetzlichen Rahmenbedingungen Besserung zu schaffen. Der Wald ist mit seiner Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion ein zentrales Element unserer Ökologie. In Eschweiler und Würselen dient der Wald, so die Entscheidung, vordergründig der Entspannung der Bürger, seine Nutzung untersteht aber wie andere Wälder auch, den rechtlichen Vorgaben.

Hierzulande teils in öffentlicher, teils aber auch in privater Hand, darf beispielsweise in drei Jahren keine zusammenhängende Fläche kahl geschlagen werden, die größer ist als zwei Hektar, welche allerdings auch wieder aufgeforstet werden muss. Grundsätzlich darf das gepflanzt werden, wie es dem Eigentümer der Waldfläche beliebt, solange die Klima- und Bodenverhältnisse gemäß des sogenannten „Forstvermehrungsgutgesetz“ eingehalten werden. Oftmals als Mischwälder angelegt, sollen die Gebiete auch kommerziell genutzt werden können, solange die Natur nicht unnötig belastet oder zerstört wird.

Mit Interesse nahm die chinesische Delegation die Ausführungen von Marco Lacks auf und stand umgekehrt auch für Fragen von Seiten des Försters zur Verfügung. In China, so übersetzte die aus Mülheim an der Ruhr dazugekommene Dolmetscherin, seien Waldgebiete in öffentlicher Hand und wurden lange Zeit rein ökonomisch genutzt. Dadurch sei Vieles zerstört worden, das solle sich nun ändern. Mit den Informationen und der Hilfe der Deutschen wird nun die Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt.

(mah)