Eschweiler: Mysteriöse Briefe lösen Alarm im Amtsgericht aus

Eschweiler: Mysteriöse Briefe lösen Alarm im Amtsgericht aus

Jeder Morgen beginnt im Amtsgericht an der Kaiserstraße mit Routinearbeiten. Dazu zählt auch, die Briefe und Pakete in der Poststelle zu sortieren. Doch am Mittwochmorgen ging nichts seinen gewohnten Gang, denn unter den Sendungen befanden sich drei verdächtige Briefe mit auffälliger Beschriftung.

In einem Umschlag ließ sich ein unbekannter Gegenstand ertasten. Die Geschäftsleitung des Amtsgerichts alarmierte zur Sicherheit die Polizei. Erst drei Stunden später war klar, dass es sich bei der vermeintlichen Briefbombe um ein Nasensprayfläschchen handelte. Ob sich allerdings wirklich Nasenspray darin befand, ist noch nicht geklärt.

„Wir sind natürlich erleichtert”, schnaufte Amtsgerichtsdirektor Dr. Gisbert Fuchs durch. Er befand sich mit den übrigen Mitarbeitern des Gerichts etwa 50 Meter vom Gebäude entfernt, als die erlösende Nachricht kam. Wer die Schreiben an das Amtsgericht geschickt hat, ist noch unbekannt.

Die Polizei hat zwar nach der Untersuchung der Schrift jemanden in Verdacht, aber offiziell bestätigt wurde dies am Mittwoch nicht. Weil die Kaiserstraße am Amtsgericht gesperrt und das Gebäude geräumt werden musste, wurden zwei Strafsitzungen abgesagt. Nach 11 Uhr kehrte wieder Alltag in das Justizgebäude ein.

Zur Chronologie: Es ist kurz nach 7.30 Uhr, als einem Wachmann des Amtsgerichts die drei Umschläge auffallen. Sensibilisiert von den Vorfällen im Amtsgericht Köln, wo eine Briefbombe vor wenigen Tagen entschärft werden musste, verständigt er die Geschäftsleitung des Amtsgerichts.

Die schaut sich die Briefe an und beschließt, die Polizei zu alarmieren, die kurz danach eintrifft. Nach der ersten Untersuchung vor Ort lassen die Beamten Sprengstoff-Experten aus Düsseldorf anrücken. In der Zwischenzeit soll das Gebäude geräumt werden, die Menschen strömen auf die Straße.

Feuerwehr in Bereitschaft

Die Kaiserstraße wird von der Rosenallee bis zur Moltkestraße gesperrt. Als die Sprengstoff-Experten des Landeskriminalamtes eintreffen, wird auch die Feuerwehr hinzugerufen. Sicher ist sicher. Mit einem Rettungswagen, drei Löschtankfahrzeugen und der Drehleiter warten die Männer einsatzbereit in der Nähe des Gerichtgebäudes.

Im Amtsgericht durchleuchten die Fachleute mit Rönthgenstrahlen die Umschläge - unverdächtig. Dann öffnet man sie vorsichtig. Um 10.43 Uhr kommt schließlich die Entwarnung: Die vermeintliche Briefbombe entpuppt sich als Nasensprayflasche.

Deren Inhalt soll dennoch untersucht werden. Auch nach einer Verdächtigen wird gefahndet, eine psychisch kranke Frau, die unter Betreuung steht. Die Polizei hat die Schrift auf den Briefen mit anderen verglichen und ist dabei auf die Frau gestoßen. Die Ermittlungen dauern an.

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