Eschweiler: MVA Weisweiler: Tag der offenen Tür lockt 10.000 Besucher

Eschweiler: MVA Weisweiler: Tag der offenen Tür lockt 10.000 Besucher

Fast 100 Meter hoch erhebt sich der Turm der Müllverbrennungsanlage Weisweiler (MVA), der begleitet wird von dem riesigen Bau auf fast 50 Hektar Fläche. Im ganzen Jahr wird hier non-stop gearbeitet, um bis zu 360.000 Tonnen Müll zu verwalten und schließlich zu verbrennen. Spektakuläre Zahlen, die die über 10.000 Besucher am Tag der offenen Tür der MVA zu hören bekamen.

Zum 20. Geburtstag der Anlage am Rand des Braunkohlekraftwerks gab es viel zu bestaunen, was nicht nur Kinder begeisterte. Das Highlight bildete ein Rundgang durch die Anlage, die an der Müllannahme vorbei durch die Asche- und Müllbunker bis an den Rand der Verbrennungsöfen und hinein in den Leitstand führte. Dabei erklärten einige der rund 125 Mitarbeiter der MVA, wie die Arbeit vor Ort funktioniert. Während der Verwertung soll das Abfallvolumen auf rund 10 Prozent verkleinert werden. „Wir verbrennen Müll, aber tun das so sauber wie möglich“, erklärte Michael Uhr, Pressesprecher des Gesellschafters AWA, zu der Hauptpriorität der MVA, und ergänzte: „Das ist technisch jedoch sehr anspruchsvoll.“

Kein Wunder, dass sich für die Führung schnell eine lange Schlange bildete, denn auch das Wetter lud dazu ein, dem Areal einen Besuch abzustatten. Dabei konnte bereits ein erster Blick auf die Müllannahme geworfen werden, wo täglich rund 170 Müllwagen ankommen, und erste Fragen an den Informationsstand gestellt werden. Für die kleinen Besucher gab es zudem die Möglichkeit eine spannende Fahrt mit einem echten Müll- oder Feuerwehrwagen über das Gelände zu erleben.

Dann ging es hinein in die „heiligen Hallen“, wie Uhr sie nannte. Im spektakulären 29 Meter hohen Müllbunker gab es dann einen ersten Einblick auf die tägliche Arbeit. Bis zu 10.000 Tonnen Müll können dort gelagert werden und warten dann darauf, auf eins der drei Arbeitsbänder verteilt zu werden.

Es geht heiß her

Im Anschluss ging es dann heiß her: Rund um die Verbrennungsöfen herrschten trotz Klimaanlage saunataugliche Temperaturen und über ein Sichtfenster konnte auch ein Blick in die Kammern geworfen werden, in denen bis zu 1100 Grad herrschen. Die entstehende Wärmeenergie wird übrigens nicht einfach verschwendet: Sie wird zur Stromerzeugung genutzt und auch die Dämpfe werden in einer Turbine des benachbarten Kraftwerks verwendet. Eine echte Synergie also, die bis zu 70.000 Haushalte mit Strom versorgen kann — also den Strombedarf der ganzen Indestadt deckt.

Daraufhin ging es in das „Herzstück“ der MVA: den Leitstand. Vor Ort konnten sich Besucher und Mitarbeiter an mehreren Diagrammen und Kameraaufnahmen überzeugen, dass alles im grünen Bereich ist. Die Daten werden dann nonstop an die Bezirksregierung in Köln weitergeleitet, um immer auf der sicheren Seite zu sein. Für den Notfall ist natürlich auch sofort eine Werksfeuerwehr vor Ort, die man sich mit dem benachbarten Kraftwerk teilt.

Zum Abschluss konnten sich die vielen Gäste im Schatten des großen Kamins noch weiterführend informieren oder auch einfach Spaß haben. Gesellschafter, wie die AWA Entsorgungs GmbH oder der EGN (Entsorgungsgesellschaft Niederrhein) oder auch RWE, informierten an ihren Ständen über den Prozess, der den Müll zur MVA bringt und auch zur Stromerzeugung, die hier in Weisweiler täglich stattfindet und das Rheinische Braunkohlerevier seit Jahrzehnten prägt.

Für die jüngeren Besucher stand zudem eine Hüpfburg, ein Kinderschminken, eine Kletterburg und mehrere Trampoline zur Verfügung, um sich ordentlich auszutoben. Wer eher sein Gehirnschmalz herausfordern wollte, konnte sich zudem bei einem Quiz über Müll und Energie beweisen. Viele kleine Geschicklichkeitsspiele und eine schmackhafte Verpflegung rundeten das bunte Angebot am Tag der offenen Tür ab.

(cheb)
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