Eschweiler: Musiker präsentieren „Das Wunder des Geigenspiels“

Eschweiler: Musiker präsentieren „Das Wunder des Geigenspiels“

Drei Komponisten, die ganze Musikepochen maßgeblich prägten, und drei brillante Musiker, die technische und handwerkliche Fähigkeiten mit der Begabung vereinen, sich in die Werke der großen Meister „hineinfühlen“ zu können, bildeten die Zutaten zu einem außerordentlichen Konzert.

Unter dem Titel „Das Wunder des Geigenspiels“ hatten die Verantwortlichen der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler erstmals in die Dreieinigkeitskirche der Evangelischen Kirchengemeinde eingeladen. Die beiden Ausnahmeviolinistinnen Eva Mihalyi und Gabrielle Huszti widmeten sich, begleitet durch Pianist Jozsef Acs, Gründer und musikalischer Leiter der indestädtischen Liszt-Gesellschaft, großartigen Kompositionen der Genies Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms.

Zum Auftakt ließen die erst 21-jährige Gabrielle Huszti, die unter anderem als Mitglied des Ensembles „Junge Wiener Solisten“ bereits in zahlreichen Konzertsälen in aller Welt zu Gast war und derzeit an der Musikhochschule in Aachen studiert, und Jozsef Acs ihre Zuhörer in dem gut besuchten Gotteshaus an der Virtuosität der „Sonate in e-moll für Klavier und Violine KV 304“, die Mozart im Jahr 1778 in Paris zu Papier brachte, teilhaben. Dabei hoben die beiden Interpreten die Kontrapunkte der einzigen von Mozart in einer Moll-Tonart geschriebenen Violinsonate vorzüglich hervor und ergänzten sich prächtig.

In der Tradition des „Concerto grosso“, bei dem ein Soloinstrument einer größeren Instrumentengruppe gegenübersteht, komponierte Johann Sebastian Bach sein Doppelkonzert d-moll für zwei Violinen, Streicher und Basso Continuo BWV 1043, das im Jahr 1717, also zu Beginn der Amtszeit Bachs als Kapellmeister in Köthen entstand, und von Eva Mihalyi, Gabrielle Huszti und Jozsef Acs in einer Fassung für zwei Violinen und Klavier dargebracht wurde. Dabei gelang es dem Trio beeindruckend, die Vielfältigkeit des 1. Satzes („Vivace“), der nicht zuletzt von Soli bestimmt wird, mit der Dramatik der Sätze zwei („Largo ma non tanto“) und drei („Al-legro“) zu verbinden.

Den wahrlich furiosen Schlusspunkt unter den rund eineinhalbstündigen Hörgenuss setzten Eva Mihalyi, die seit 1995 als Konzertmeisterin der ungarischen Staatsoper fungiert und darüber hinaus auch als Musiktherapeutin tätig ist, und Jozsef Acs mit der „Sonate d-moll Opus 108“ von Johannes Brahms. Mit unüberhörbarer Spielfreude nahm das Duo das weitausholende Meisterwerk im wahrsten Sinne des Wortes in Angriff, um nach dem „Allegro“ zum Auftakt sowie dem Mittelteil („Un poco presto e con sentimento“) letztlich den Schlusssatz („Presto agitato“) über das wohl auch ergriffene Publikum regelrecht hereinbrechen zu lassen. Als auch der Nachhall des letzten Tons verklungen war, ließen die Zuhörer ihren Gefühlen mit freudigem und dankbarem Applaus freien Lauf. Ein Meisterkonzert, das diesen Namen zu Recht trug und in der wundervollen Atmosphäre der Dreieinigkeitskirche seinen Zauber entfalten konnte, war zu Ende gegangen.

Auch im kommenden Jahr planen die Verantwortlichen der Franz-Liszt-Gesellschaft um deren Vorsitzenden Günther Wopperer und dem musikalischen Leiter Jozsef Acs, die Freunde klassischer Musik mit einem Frühjahrs- sowie einem voradventlichen Konzert zu erfreuen. Ebenso soll ein Open-Air-Konzert am Seehaus am Blausteinsee das Programm ergänzen.

Darüber hinaus begibt sich die Franz-Liszt-Gesellschaft vom 28. April bis zum 6. Mai 2017 auf die Spuren ihres Namensgebers. Zielort der Reise ist die ungarische Hauptstadt Budapest. Abstecher in das österreichische Raiding, den Geburtsort von Franz Liszt, sowie in die slowakische Hauptstadt Bratislava vervollständigen die interessnte Reiseroute. Nähere Informationen sind bei Günther Wopperer unter Telefon Telefon 02403/22630 zu erhalten.

(ran)