Eschweiler: Mönch bringt Verständnis für den eigenen Geist näher

Eschweiler: Mönch bringt Verständnis für den eigenen Geist näher

Die Meditation ist kein Allheilmittel gegen Krankheiten. Sie ist auch keine Lösung für die Probleme, die wir im Alltag haben und sie heilt auch keine Depressionen“, stellte Lama Lodrö Thaye direkt zu Beginn seines Vortrags klar.

Der deutsche buddhistische Mönch, der sich 16 Jahre lang der Meditation im geschlossenen Retreat in einem Kloster in Frankreich gewidmet hat, war jüngst in der Praxis Collip an Dreiers Gärten zu Gast.

Lama Lodrö Thaye lebt in einem buddhistischen Zentrum in Deutschland und reist gelegentlich als buddhistischer Lehrer umher, um den Menschen seine Religion näher zu bringen. In der Praxis Collip hatte er jetzt einen Vortrag über die Lehrer-Schüler-Beziehung im tibetischen Buddhismus gehalten, und am Folgetag erklärte er bei einem offenen Meditationsabend die buddhistische Meditationspraxis.

Jeder, der sich für Meditation interessiert, stellt sich am Anfang die Frage: „Was ist Meditation überhaupt?“ Man kennt Bilder von meditierenden Mönchen und hat gehört, dass Meditation eine positive Wirkung auf unser Leben haben kann. Aber was steckt wirklich dahinter? „Man gewinnt das Verständnis für den eigenen Geist“, versucht Lama Lodrö Thaye den interessierten Besuchern das „Samadhi“ näher zu bringen.

Samadhi bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgehen und in dem das methodisch vorgehende Denken aufhören soll. Soll heißen: Die Meditation hat das Ziel, im Hier und Jetzt anzukommen und den Ballast des ständigen Denkens ein wenig ruhen zu lassen. „Der Weg der Meditation soll zur Befreiung führen, man sollte mit sich selbst Freund werden.“

Das Ziel im Buddhismus ist also die Befreiung von allem, was einen stört, wie Ängste, störende Gefühlsausbrüche und Verwirrung. Mit der Meditation kann man den Geist beruhigen“, erklärt der Mönch, der auch nach zwei Stunden im Lotussitz keine Miene verzieht. Schmerzen habe er nicht. Das hört alles auf, wenn man seinen Körper daran gewöhnt habe. „Obwohl“, gibt er zu, „als ich zu Beginn im Retreat war, konnte ich nach stundenlangem Sitzen nicht mehr alleine aufstehen und man hat mich in mein Zimmer getragen!“

Buddhistische Meditation muss also nicht kompliziert sein. Am Ende des Großen Weges steht die Erleuchtung — das völlige Erblühen aller geistigen Fähigkeiten, das sich Wohlfühlen in jeder Situation. Schon wenige Minuten am Tag könnten bald kraftvolle Ergebnisse bringen, sagt Lama Lodrö Thaye.

(irmi)
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