Eschweiler: Mit zunehmendem Alter verschleißen die Gelenke

Eschweiler: Mit zunehmendem Alter verschleißen die Gelenke

„Gelenkverschleiß — was nun?“ lautet der Titel unseres nächsten Medizinforums am Dienstag, 26. November, im Talbahnhof. Unter Moderation unseres Medizinforumsleiters Dr. Eber­hardt Schneider, Chefarzt des Euregio-Reha-Zentrums und Leiter der ambulanten orthopädischen Rehabilitation am St.-Antonius-Hospital, stehen fünf Experten ab 19 Uhr Rede und Antwort: Dr. Werner Birtel, Dr. Oliver Heiber, Dr. Ture Wahner, Norbert Schallenberg und Dr. Klaus Geller.

Mit steigender Lebenserwartung rückt eine Reihe von Erkrankungen in den Mittelpunkt des Interesses. Darunter befinden sich besonders Verschleißprozesse an den Haltungs- und Bewegungsorganen, also an den Gelenken von Wirbelsäule und Gliedmaßen, die man Arthrosen nennt. Mehr als 30 Prozent der über 60-Jährigen sowie 60 Prozent der 70-Jährigen leiden an schwerwiegenden, schmerzhaften und belastenden Arthroseformen. Hauptsächlich betroffen sind Knie, Schulter, Hüfte und Gelenke von Hand und Wirbelsäule.

Die Gelenke des Menschen sind äußerst vielfältig aufgebaut: geradezu miniaturisiert an den Gehörknöchelchen, groß und kräftig an Knie und Hüfte, nur gezielt beweglich an den Fingergelenken oder in nahezu alle Richtungen, wie an der Schulter. Allen Gelenken ist gemeinsam, dass sich darin zwei oder mehrere Knochen gegeneinander bewegen, die an den Kontaktflächen einen Knorpelüberzug tragen. Nach außen hin werden die Gelenke durch die Gelenkkapsel abgeschlossen, durch Bänder stabilisiert und durch Muskeln über Sehnen bewegt.

Durch eine Fülle von schädigenden Einflüssen können Gelenke in ihrer Funktion beeinträchtigt werden und richtig erkranken. Dazu zählen Knochenbrüche, Fehlstellungen wie erhebliche X- oder O-Beine, andauernde Überlastungen durch Sport, Beruf oder (besonders häufig) Übergewicht sowie Störungen der Durchblutung, Bewegungsstörungen bei neurologischen Erkrankungen und nachlassendes Geschick im Alter. Kommt noch Bewegungsmangel dazu, versagt oft die Gelenkfunktion.

Der damit verbundene erhebliche Verlust an Knorpelqualität führt zu Schmerzen, nachlassender Beweglichkeit, Schwellung und schließlich zur Formveränderung der Gelenke - den Zeichen oder Symptomen einer Arthrose.

Stets muss der Arzt zunächst unterscheiden, ob der Erkrankung nicht eine entzündlich-rheumatische Ursache zugrunde liegt, bevor er eine Therapie vorschlägt. Dazu muss er den Patienten genau befragen und untersuchen. Oft sind Maßnahmen wie Laboruntersuchungen und Röntgenbilder nötig, manchmal auch die Kernspintomografie. In der Regel wird der Arzt die Therapie konservativ beginnen, also nicht zu einer Operation raten, sondern aus einer Palette nicht-operativer Maßnahmen auswählen.

Besonders wichtig sind dabei Verhaltensänderungen des Patienten: das Gewicht muss reduziert werden, die beruflich und sportliche Belastung ist zu überprüfen. Arthrosegelenke wollen und müssen bewegt werden, ohne sie dabei zu überlasten. Eine Fülle von Hilfsmitteln kann den weiteren Verlauf unterstützen: entlastende Gehhilfen, Stützbandagen, weiche Absätze (Pufferabsätze) und, und, und.

Gerade bei Verlust an Beweglichkeit und bei fortdauernder Schmerz- und Reizsymptomatik helfen physiotherapeutische Anwendungen wie Krankengymnastik, Elektrotherapie, Kälte (bei akuten Reizzuständen) oder Wärme (bei chronischen Verläufen). Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, können Medikamente zur Schmerz- und Entzündungsbehandlung hilfreich sein. Diese müssen vom Arzt verordnet und vor allem wegen ihrer problematischen Verträglichkeit regelmäßig kontrolliert werden. Eine Dauereinnahme empfiehlt sich selten und ist immer gefährlich.

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