Eschweiler: Mit neuen Leuten am Ruder Fahrt aufnehmen

Eschweiler: Mit neuen Leuten am Ruder Fahrt aufnehmen

Am 31. Januar 2008 ist Reinhard Ernst als Leiter des Berufskollegs Eschweiler in den Ruhestand gegangen. Seitdem war die Schule ohne vollständige Leitung.

Manfred Hahnen fungierte zunächst zwei Jahre lang als kommissarischer Leiter, bevor er im März 2010 auch offiziell die Führung der Schule übernahm. Die Position des Stellvertreters blieb jedoch bis zu Beginn des wenige Tage alten Schuljahres vakant. Diese Zeit hat nun ein Ende. Thomas Gurdon komplettiert als Stellvertretender Schulleiter das Führungsgremium des Berufskollegs. In einer kleinen Feierstunde wurde er in sein Amt eingeführt.

„Es ist ungewöhnlich, einen stellvertretenden Schulleiter in diesem Rahmen in sein Amt einzuführen, es ist aber auch ungewöhnlich, dass eine Schule dreieinhalb Jahre ohne vollständige Leitung auskommen muss”, betonte Manfred Hahnen gleich zu Beginn der Feierstunde. „Nun endlich wieder vollzählig zu sein, ist eine Freude und vor allem eine Erleichterung. Denn die Entwicklung der Schule ist zwar auch in der jüngeren Vergangenheit niemals abgebrochen, gestaltete sich jedoch schwierig.” Einen besonderen Dank sprach Manfred Hahnen Studiendirektor Raphael Lamm aus, der in den zurückliegenden Jahren die Aufgaben eines stellvertretenden Schulleiters übernahm, ohne das Amt inne zu haben. „Auf sie war und ist immer Verlass”, so die lobenden Worte.

Humorvoll überbrachte mit Christoph Happe dann der Vorsitzende des Lehrerrats in der Verkleidung eines reitenden Boten aus Düsseldorf die frohe Botschaft von der Beendigung des Schulversuchs „Schule ohne Schulleitung”. Um anschließend sehr kritische Worte zu finden: „Die Wahrheit ist, durch die Vakanz war diese Schule zu lange ohne echten Kurs unterwegs.” Dabei müsse es jemanden geben, der die Richtung vorgebe und dafür sorge, „dass die Lehrer auch bei schlechtem Wetter rausgehen”. Mit der Ernennung von Thomas Gurdon verbindet Christoph Happe Hoffnungen.

„Als Außenstehender haben sie einen unverstellten Blick auf diese Schule. Versuchen sie, Konsens zu schaffen und praktikable Lösungen für Probleme zu finden. Und öffnen sie die Tür zu ihrem Büro, um Ansprechpartner für uns Lehrer zu sein”, so seine Bitte. Wilhelm Schröder, kommissarischer Leiter der Schulverwaltung der Städteregion Aachen, überbrachte die Grüße des Schulträgers. „Auch wir sind froh über das Ende dieses ?Schulversuchs. Sie treffen nun auf eine hervorragend ausgestattete Schule , die mit rund 2800 Schülern die Größte innerhalb der Städteregion ist”, schrieb er Thomas Gurdon ins Stammbuch.

Als Signal bewertet Otto Allendorf, der schulfachliche Dezernent der Bezirksregierung Köln, die Ernennung des neuen stellvertretenden Schulleiters: „Ich habe erlebt, dass es viele Belastungen gab, die das Schulleben gestört haben. Aber nun geht es vorwärts”, versicherte er, bevor ein Blick in die Zukunft folgte. „Am 1. August 2012 wird Manfred Hahnen in den Ruhestand gehen. Die dann vakante Stelle des Schulleiters wird bereits jetzt ausgeschrieben. So haben wir ein Jahr Zeit, diese neu zu bestellen. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Zeitraum ausreichen wird.” Ebenso wie Manfred Hahnen hob er das Engagement von Raphael Lamm hervor. „Ohne ihren engagierten, effektiven und kompetenten Einsatz wäre vieles anders gelaufen”, erklärte Otto Allendorf.

Abschließend ergriff dann Thomas Gurdon das Wort. „Hinter mir liegt eine ereignisreiche Woche, in der ich vielen interessanten Menschen begegnet bin. Mir ist klar, dass ich mich zunächst der Schule anpassen muss. Ich muss herausfinden, wie sie tickt, bevor ich meinen Platz finden kann. Aber unser gemeinsames Ziel muss lauten, das Berufskolleg Eschweiler weitere Schritte nach vorne zu bringen. Dabei dürfen wir folgendes nicht vergessen: Das Hauptgeschäft einer Schule ist der Unterricht. Wir sind nämlich für die Schüler da, nicht umgekehrt.”

Vom Bankwesen bis zur Informationswirtschaft

Thomas Gurdon wurde 1967 in Köln geboren und ist gelernter Bankkaufmann. Während seines anschließenden BWL-Studiums entschied er sich, Lehrer zu werden. Im Jahr 1997 begann er sein Referendariat am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen. Seit 1999 war er am Berufskolleg Eifel in Kall tätig, wo er die Bildungsgänge Bankwesen, Informationswirtschaft und Wirtschaftsinformatik aufbaute.

Er ist verheiratet und Vater dreier Söhne. Neben der Familie, die für ihn das Rückgrad bildet, gehören Kochen und Kinobesuche zu seinen Hobbys. Darüber hinaus ist Thomas Gurdon im Bereich der Informationswirtschaft als Buchautor tätig.