Eschweiler: Mit Nadel und Faden zurück in den Arbeitsmarkt

Eschweiler: Mit Nadel und Faden zurück in den Arbeitsmarkt

Das Gerät der Firma „Brother” ist das Prachtstück der Projektgruppe „Stark Genäht - Design der Kulturen”. Alle Frauen arbeiten gerne mit der modernen Nähmaschine. „Von diesen Modellen können wir noch gut einige gebrauchen”, sagt die ausgebildete Näherin Nermin Colak und blickt in die fleißig vor sich hinschneidernde Runde.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Stärken vor Ort” werden in Eschweiler derzeit zahlreiche Miniprojekte umgesetzt. Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds soll durch viel Engagement vor Ort ein Beitrag geleistet werden, junge Menschen und Frauen den Ein- oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Drei Gruppen haben sich in den vergangenen Wochen gegründet. Die Nähmaschinen laufen in der Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost, in der Kindertagesstätte Herz-Jesu und im Marokkanischen Kultur- und Familienverein heiß.

44 Frauen, die meisten mit Migrationshintergrund, sind dem Aufruf gefolgt. Die bereits vorhandenen Fähigkeiten im Umgang mit Nadel und Garn sind dabei ganz unterschiedlich. Honorarkräfte wie Nermin Colak stehen stets mit Rat und Tat zur Seite.

Die handwerkliche Kunst „Nähen”, in Kulturräumen wie der Türkei, Marokko oder auch osteuropäischen Ländern und Russland gerade bei Frauen weit verbreitet, soll als Qualifikation bei der Suche nach Arbeit gestärkt werden.

Ein Problem gilt es noch zu beheben: 44 Frauen teilen sich gerade einmal sechs gespendete Nähmaschinen. Nun hoffen sie, eventuell weitere Stifter zu finden. Als Ansprechpartnerin steht Heide Pittelkow von der low-tec gGmbh zur Verfügung (Tel. 5555456).

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