Eschweiler: Mit jedem Ton wächst Freude aufs Fest

Eschweiler: Mit jedem Ton wächst Freude aufs Fest

So langsam wird es auch Zeit, oder? Häuser und Straßen leuchten und glitzern weihnachtlich, der Duft von Plätzchen liegt doch irgendwie dauerhaft in der Luft, und wenn es ganz still und leise ist, dann erklingt ein besinnliches „Stille Nacht, Heilige Nacht”. Zumindest in Dürwiß.

Und sodann weiß ein jeder, dass es nicht mehr weit hin ist bis zur Heiligen Nacht. Bleibt nur noch die Frage offen, warum es gerade im beschaulichen Dürwiß so weihnachtlich und adventlich zugeht?

Das liegt nicht daran, dass die Häuser und Straßen dort besonders hell leuchten oder die Plätzchen besonders gut schmecken - obwohl, an diesem Abend vielleicht auch das - denn die Kaafsäck hatten zum Weihnachtskonzert am dritten Advent-Wochenende eingeladen. Das ist für Dürwiß sogleich das Stichwort für einen rundum gelungenen Spätnachmittag. Doch dieses Mal war etwas anders. Nach rund 30 Jahren gab es gleich zwei Neuheiten: Zum einen übernahm Patrick Nowicki in diesem Jahr zum ersten Mal die Moderation des Konzerts. Drei Jahrzehnte lang hatte Simon Küpper diese Position inne, las jährlich eine besinnliche Weihnachtsgeschichte vor und gehörte zum Weihnachtskonzert wie die Inde zu Eschweiler.

Zum anderen wurde das Einzugsgebiet der musischen Vereine erweitert. Zum aller ersten Mal traten nach 30 Jahren neben Dürwisser Musik-Vereinen und Chören auch Künstler aus der nahen Umgebung auf. Für einen solch besonderen Abend standen der MGV „Sängerbund” 1883, das Dornweiß-Mixtett, der Jugendchor der St.-Severin-Gemeinde Weisweiler „Lautstark”, die Mu8ndartband De Kröetsch und natürlich das Trompetencorps „Die Kaafsäck” selbst auf der Bühne. Zur weihnachtlichen Stimmung trug natürlich auch der „größte Weihnachtschor der Stadt” bei, nämlich das Publikum. Die Stimmung variierte von munter über besinnlich bis hin zu „jazzy”, und ein wenig kölscher Tön kann ja auch nie schaden.

Der MGV „Sängerbund” ist mit seinen stolzen 125 Jahren einer der ältesten Vereine vor Ort und darf an einem solchen Abend natürlich nicht fehlen. Die Herren boten gemeinsam mit der Chorgemeinschaft Hastenrath ein Potpourri der schönsten und ältesten deutschen Weihnachtslieder. Die Musiker des Dornweiß-Mixtetts hingegen, hatten sich speziell für diesen Abend Verstärkung am Schlagzeug geholt und spielten unter anderem Melodien des Musicals „My Fair Lady”, um die fröhliche und festliche Zeit nun endlich einzuläuten.

Unter der Leitung von Marc Schmitz präsentiere der Jugendchor „Lautstark” Weihnachtslieder „aus Übersee” und sang zum Teil zum Spiel des Dornweiß-Mixtetts, eine „Premiere”, die durchaus gelungen war: Michael Jacksons „Heal the world”. Ein wenig spezieller kamen „Kröetsch” daher: Die Mitglieder der Mundart-Band hatten sich in weiße Hemden und grüne Weihnachtsmützen gehüllt, versprühten pure Gemütlichkeit und gaben kölsche Weihnachtslieder zum besten. Und das nur, weil es „noch keine Eschweiler Weihnachtslieder gibt - noch”. Doch diese Band hat sicherlich schon die eine oder andere Idee diesbezüglich.

Gleich nach der humoristischen Weihnachtsgeschichte „Was wir uns schenken werden” von Ephraim Kishon, die Moderator Patrick Nowicki vorgetragen hatte, spielten die Gastgeber selbst. Frei nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss” oder zumindest „die Gastgeber kommen zum Schluss”, überraschten die Kaafsäck zunächst mit Samba-Sound vorm Tannenbaum. Denn alle hatten ihr Publikum weihnachtlich gestimmt. Da passte dann auch der Ausflug zur Weihnacht über den Großen Teich.

Weihnachten steht vor der Tür - so langsam wird es Zeit.

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