Eschweiler: Mit gutem Gewissen auf Tour beim Autofasten

Eschweiler: Mit gutem Gewissen auf Tour beim Autofasten

In strombetriebenen Fahrzeugen surrten sie am Samstag durch die Region, die Teilnehmer der Energie-Exkursion. Sie stiegen hoch in die Luft auf eine Windkraftanlage und tief in den Keller zu einem Blockheizkraftwerk, sie besichtigten ein Solar-Carport und ließen sich durch die Produktionsstätte des Elektroautos „Street Scooter“ führen.

Eine Informationsrunde des guten Gewissens: Die Teilnehmer informierten sich über erneuerbare Energien und neue Technologien. Sie waren dabei umweltschonend unterwegs, und das sogar mit dem Segen des Allerhöchsten, denn die eintägige Rundfahrt gehörte zur „Aktion Autofasten“, zu der unter anderen der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen und die Evangelische Kirche im Rheinland aufgerufen hatten.

In Eschweiler machte die Energie-Exkursion mittags an der Evangelischen Kirche in der Weisweiler Burg Halt. Dort läuft seit 2008 im Keller unter dem Kirchengemäuer ein kleines Blockheizkraftwerk vom Typ „Dachs“. Es versorgt Kirche und Gemeindehaus mit Wärme und speist zusätzlich Strom ins Netz ein. Dieses Blockheizkraftwerk ist allerdings nur ein Baustein bei dem Bemühen der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler/Dürwiß, die Umwelt zu schonen und die Schöpfung zu bewahren, trug Dr. Detlef von Brandt vom Presbyterium der Gemeinde den Energie-Reisenden vor.

„Seit mehr als 25 Jahren ist das Thema Ökologie ein wichtiges Anliegen der Kirchengemeinde“, versicherte Detlef von Brandt. Im Gemeindebrief gibt es immer wieder einmal Umweltseiten. Auch in Predigten wird das Bewahren der Schöpfung angesprochen. Mitglieder des Presbyteriums bilden Arbeitskreise zum Thema Umwelt und arbeiten im Kirchenkreis Jülich bei diesen Themen mit. Zum Beispiel wird der jährliche Energieverbrauch kirchlicher Gebäude erfasst und auf mögliche umwelttechnische Verbesserungen untersucht. Im Lauf der Jahre ist da an den kirchlichen Einrichtungen der Gemeinde Weisweiler-Dürwiß viel geschehen.

Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter war ein erster Schritt. Dann kamen, so zählte von Brandt auf, Erneuerung von Fenstern, eine Photovoltaikanlage, eine effektivere Heizungsanlage an der Kreuzkirche in Dürwiß, Dachsanierungen an beiden Standorten. Das große Fenster mit dem auferstandenen Christus in der Auferstehungskirche Weisweiler erhielt eine Isolierverglasung. Und aktuell steht für die Gemeinde die Entscheidung an, in Dürwiß die Heizungsanlage zu modernisieren — entscheiden wird man sich zwischen einem Blockheizkraftwerk und einer Pellet-Anlage. Auch eine Dacherneuerung samt noch besserer Isolierung am Weisweiler Standort ist angedacht.

Während die Teilnehmer der Energie-Exkursion den Einsatz der Evangelischen Gemeinde für die Umwelt ausführlich diskutierten und im Gemeindesaal zu Mittag aßen, hing eines der strombetriebenen Fahrzeug, ein schnittiger Opel Ampera, im Burghof am Kabel. Auftanken geht tatsächlich an der Steckdose. Und die Weisweiler Gemeinde hat ja Ökostrom.

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