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Eschweiler: Mit Blues im Blut zum Happy End

Eschweiler : Mit Blues im Blut zum Happy End

Jacques Berndorf solo ist gut. Gemeinsam mit dem Pianisten Christian Willisohn ist er ein Erlebnis. Und ein solches erlebten seine zahlreichen indestädtischen Fans nun im Café Uferlos, wo er die Geschichte von Otto Krause zum Besten gab.

„Otto Krause hat den Blues” lautete der Titel. Jacques Berndorf und Christian Willisohn auch, ist das Fazit des Abends. „Der Mann spielt exakt so, wie meine Figuren reden”, war der erste Gedanke, als Jacques Berndorf erstmals Christian Willisohn im Eifelstädtchen Daun Piano spielen hörte.

Gesamtauflage von 1,6 Millionen

Der Autor, dessen Eifel-Romane 2001 eine Gesamtauflage von 1,6 Millionen erreichten, schrieb eigene Texte, hörte sich CDs des Musikers an und fand schließlich den zum Blues passenden Sprachrhythmus.

Dabei ist Christian Willisohn keinesfalls nur auf den Tasten atemberaubend, wie er im Uferlos bewies. Auch sein dunkler Bluesgesang ließ wohl keinen Zuhörer kalt. „Diese Stimme scheint direkt aus New Orleans zu kommen, doch, und das ist das Schlimme, Christian Willisohn ist aus München”, scherzte Jacques Berndorf, dessen wirklicher Name Michael Preute ist.

Witzig und traurig

Die einzelnen Bluesstücke ergänzten in wunderbarer Weise die teils witzigen, teils traurigen Episoden aus dem Leben Otto Krauses.

Dieser ist 32 Jahre alt, seit fünf Jahren arbeitslos, und auch der Rücken und die linke Niere bereiten ihm einige Probleme. Durch eine Dummheit verliert er Christine, seine große Liebe. Und in großer Verzweiflung bittet er Gott, zu dem er schon immer ein gespanntes Verhältnis hatte, „ihm einen Gefallen zu tun und ihn auszuwechseln.” Doch unterkriegen lässt er sich nicht.

Mit der Welt versöhnt

Als „städtischer Gewässerbeauftragter” zeigt er es schließlich allen. Und so endet dieses Märchen mit einem Happy End, das den Hörer mit der Welt versöhnt. Ähnlich dem Blues, der von größter Hoffnungslosigkeit bis großer Freude wohl alle Gefühlsregungen ausdrücken kann.

Der zweite Teil des Abends war gekennzeichnet von skurrilem Humor und großartiger Musik. „Roswithas Lebensgeschichte” zwischen Eifeldorf und Schönheitschirurg, sowie „Tante Hermine”, die in der Nacht auf Mittwoch um 2.38 Uhr das Zeitliche segnete, woran das 38-jährige Kläuschen nicht ganz unschuldig war, erheiterten die Gemüter.

Und Christian Willisohns Solo nach der Pause ließ die Zuhörer zweifeln, ob der Pianist nicht doch direkt aus New Orleans den Weg nach Eschweiler gefunden hatte.