Eschweiler: Missio-Truck: Was es heißt, alles zurückzulassen und zu fliehen

Eschweiler: Missio-Truck: Was es heißt, alles zurückzulassen und zu fliehen

Viele Menschen fanden letzten Samstag den Weg zum Talbahnhof in Eschweiler, wo der missio-Truck „Menschen auf der Flucht“ des Hilfswerks missio Station machte.

Da der Marktplatz aufgrund anstehender Bauarbeiten nicht genutzt werden konnte und der 22 Meter lange und 18 Tonnen schwere Truck nicht überall aufgestellt werden konnte, waren die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul froh, am Talbahnhof einen guten Platz gefunden zu haben.

In sechs Stunden besuchten über 100 Interessierte den Truck. Von zwei geschulten Mitarbeiterinnen des Hilfswerks ließen sie sich einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation Kongos geben. Anschließend erhielten sie per QR-Code eine neue Identität, mit der sie durch die sechs thematisch gestalteten Räume des Trucks gingen.

Dort erlebten sie, wie es ist, auf der Flucht zu sein. Innerhalb weniger Minuten mussten sie eine Kapelle im Kongo verlassen und sich auf die Flucht begeben. Dabei mussten schnell entscheiden werden: Was nehme ich mit? Essen und Kleidung oder besser Pass und Zeugnisse? Dann ging es im Nächsten Raum mit einem Lkw auf die Flucht in eine vermeintlich sichere Stadt. Doch auch hier gab es Schwierigkeiten und so ging die Flucht weiter…

Die im Truck simulierte Fluchtsituation steht beispielhaft für viele unterschiedliche Fluchtsituationen auf der ganzen Welt. Sie steht aber auch für Menschen aus unserer Stadt, die als Kinder Flucht erlebt haben und den missio-Truck mit gemischten Gefühlen begegneten.

„Ich weiß wie das ist, auf der Flucht zu sein. Auch ich habe als vierjähriges Kind hinten auf so einem Lkwgesessen“, erzählte eine Besucherin. „Es ist wirklich schlimm, glauben sie mir. Wir müssen alles tun, um den Flüchtlingen zu helfen“ sagte jemand anderes.

Da war es gut, dass es aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, vom Haus St. Josef, vom Sozialdienst Katholischer Frauen und vom Sozialdienst Katholischer Männer Ansprechpartner vor Ort waren, um den Besuchern zuzuhören, über ehrenamtliches Engagement im Bereich der Flüchtlingsarbeit zu berichten und es zu vermitteln.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Menschen für das Flüchtlingsthema zu sensibilisieren und die in Eschweiler vorhanden Initiativen zu unterstützen“ sagte Gemeindereferentin Steffi Sieger-Bücken von der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul.