Eschweiler: Mieter gut, Vermieter böse? Hausbesitzer wehren sich

Eschweiler: Mieter gut, Vermieter böse? Hausbesitzer wehren sich

Hans Graaf sprach Klartext: „Wir Vermieter werden in der öffentlichen Diskussion derzeit oft in eine Ecke gestellt, in die wir definitiv nicht hingehören. Das Ganze lässt sich auf eine einfache Formel bringen: ,Mieter gut, Vermieter böse‘.“

Das entspreche natürlich überhaupt nicht der Realität, ärgerte sich der Vorsitzende von Haus & Grund Eschweiler bei der Jahreshauptversammlung. „Vielmehr sind es gerade wir privaten Vermieter, die sich gut um unsere Mieter kümmern. Und das ganz sicher nicht nur aus Sorge um unser Eigentum, sondern auch, weil wir sie als gute Kunden zu schätzen wissen.“ Den privaten Vermietern hierzulande gehören immerhin zwei Drittel des vermieteten Wohnungsbestands.

Jedem sollte klar sein, dass sie hier über ein hochwertiges Produkt — eben eine Wohnung — verfügen. Genau dieses Produkt werde durch Diffamierungen wie die oben genannte unnötig schlecht geredet. Das schade nicht nur der Harmonie im Verhältnis zwischen Vermieter und Mietern — die durchaus im gegenseitigen Interesse (z.B. an einem langfristigen Mietverhältnis) liegt.

Letztlich sei die Politik der Wohnkostentreiber Nr. 1. Noch dazu gerate der gesamte Markt in Gefahr. Beispiel Mietpreisbremse: Mit diesem Instrument wolle die Politik den ach so bösen Vermietern auf die Finger klopfen. „Dabei wurde sie vor allem durch von der Politik verschuldete Probleme überhaupt erst nötig“, regte sich der Vorsitzende auf. Jahrelang seider Staat der größte Preistreiber bei den Wohnkosten gewesen.

Bestes Beispiel: die wegen immer neuer Abgaben ständig steigenden Energiekosten. Hinzu seien ständig falsche Signale an die Wohnungsbranche gesetzt worden, wie über die Erhöhung der Grundbzw. Grunderwerbsteuer. Und nun komme die Mietpreisbremse — die Investitionen in den Wohnungsmarkt wiederum ein Stück weit uninteressanter macht. Gute Anreize sehen anders aus.

„Außerdem sollten die Politiker nicht immer nur auf die Ballungsräume schauen“, forderte Graaf. „Die werden in Zukunft sicher weiter wachsen — viele ländliche Regionen aber schrumpfen dafür, mit all den damit verbundenen negativen Folgen.“

Hier sei die Politik aufgefordert, rechtzeitig Konzepte zu entwickeln.

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