Eschweiler: MGV St. Gregorius: Stilsichere und ausdrucksstarke Interpretationen

Eschweiler: MGV St. Gregorius: Stilsichere und ausdrucksstarke Interpretationen

Ein gestalterisch glaubwürdiges, eindringliches und stark bewegendes Kirchenkonzert hat der MGV St. Gregorius Röhe zusammen mit dem Kammerchor „Cantabile” der Musikschule Eschweiler den Besuchern in der Röher Pfarrkirche St. Antonius geboten.

Geistliche Gesänge unterschiedlicher Gattungen und Stilrichtungen aus den Musikepochen der Spätrenaissance bis hin zur frühen Moderne bestimmten den in verschiedenen Leitgedanken inhaltlich unterteilten Programmverlauf.

„Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen” hieß es im ersten Konzertabschnitt, zu dem Chorleiter Helmut Lausberg mit der Motette „Ecce quomodo moritur iustus” von Jacobus Gallus, dem bekannten Brahmslied „In stiller Nacht zur ersten Wacht” und der Motto gebenden Weise „Media vita” von Kurt Lissmann charakteristische Werke gewählt hatte, die der Männerchor ausdrucksstark darbot.

Stimmlich ausgewogen entwickelten die Sänger ein gutes, sauberes Klangvolumen, folgten ihrem Leiter bei jeder dynamischen Akzentsetzung sicher und präzise und blieben bis hin zu den Schlusssequenzen stets textlich verständlich. Das galt auch für die nachfolgenden „Klänge aus der östlichen Liturgie”, unter anderem für das berühmte und immer wieder gern gehörte „Ich bete an die Macht der Liebe” von Dimitri Bortniansky, das wie auch noch weitere Stücke dieses Konzertes Helmut Lausberg eigens für seinen Chor arrangiert hatte. Dabei kamen die charakteristischen Klangfärbungen und stilistischen Eigenheiten dieser Musik voll zur Geltung.

Im dritten Abschnitt des Konzertes ehrte der Chor mit der bekannten Volksweise „Maria durch ein´ Dornwald ging” und dem „Ave Maria” von Anton Bruckner die Gottesmutter Maria. Da bewies er eindrucksvoll, dass er sowohl die Schlichtheit eines Liedes wie die schwierige Stimmführung und Harmonik einer meisterlichen Komposition stilsicher zu interpretieren wusste.

Und beim musikalischen Gotteslob mit „Gott, Deine Güte reicht so weit” und „Hört vom Strand ein Vespersingen” von Ludwig van Beethoven konnten die Sänger, wenn auch verhalten, jubilieren.

Der inhaltlichen Konzeption des Kirchenkonzertes äußerst angemessen waren auch die beiden Beiträge von „Cantabile”, für den der Auftritt in der Pfarrkirche St. Antonius eine Premiere war. Insbesondere die Wiedergabe der sechs Strophen des fünfstimmigen Madrigals „Sestina” von Claudio Monteverdi gelang auf beeindruckende Weise. Leiter Gregor Josephs verstand es vorzüglich, seine zwölf Sängerinnen und Sänger durch das voranschreitende emotionsgeladene Stimmengeflecht minutiös zu führen und dabei die vielen unterschiedlichen Textausdeutungen, das tiefe Empfinden der Trauer, des Leids und des Schmerzes über den Verlust eines geliebten Menschen musikalisch makellos auszudrücken. Die Interpretation von Faurs „Lobgesang des Jean Racine” bestätigte die Qualität dieses Kammerchores.

Zum Konzertabschluss machte dann noch der MGV St. Gregorius mit zwei Spirituals im Chorsatz seines Dirigenten überzeugend deutlich, dass er sich auch in diesem Metier gesanglich sicher zurechtfindet, und dies ohne stimmlichen Substanzverlust. Sehr beachtenswert, wenn man bedenkt, dass während des gesamten Konzerts fast ausschließlich a-cappella gesungen wurde.

Mit der von beiden Chören gemeinsam angestimmten barocken Melodie „Nun tragt in alle Lande weit den Lobgesang der Herrlichkeit” von John Bennet ging ein Kirchenkonzert zu Ende, das ergriff und große Zustimmung auslöste.

Mehr von Aachener Zeitung