Eschweiler: Metalldiebe wüten auf dem Waldfriedhof

Eschweiler: Metalldiebe wüten auf dem Waldfriedhof

Sie machen selbst vor Grabstätten nicht halt: Metalldiebe. In der Nacht zum Samstag schlugen Unbekannte auf dem Waldfriedhof zu und beschädigten über 30 Gräber zum Teil stark. Dass nicht noch mehr Grabstätten in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist einem aufmerksamen Zeugen zu verdanken.

Er alarmierte noch in der Nacht die Polizei. Zwar entdeckten die Beamten in der Dunkelheit zunächst nichts, doch am Samstagmorgen meldeten sich die ersten Friedhofsbesucher in der Wache und bei der Stadtverwaltung.

Die skrupellosen Diebe sind offensichtlich bei ihrer Tat in der Nacht gestört worden, denn Lampen, Vasen und Schalen aus Metall lagen auf einem Haufen beisammen, um sie später fortzubringen. Die Stadt sammelte die Gegenstände ein und brachte sie vorübergehend im nahe gelegenen Blumengeschäft unter, wo Betroffene sie abholen können.

Auch auf anderen Friedhöfen in der Städteregion ist es in den vergangenen Wochen zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Die Täter gehen sehr gezielt vor und haben Werkzeug dabei, um festmontierte Gefäße aus Metall zu lösen. Damit sich die Vorfälle in Eschweiler nicht wiederholen, setzt die Stadt inzwischen einen Sicherheitsdienst ein, der die Friedhöfe um 21 Uhr schließt und um 6 Uhr morgens wieder öffnet. An den Eingangstoren zum Waldfriedhof weisen zudem Zettel der Stadtverwaltung darauf hin, an wen sich Betroffene wenden können.

Erste Meldung um 7 Uhr

Schon um 7 Uhr am Samstagmorgen informierte ein Bürger die Feuerwehr. Seitdem herrschte Hochbetrieb. „Es waren natürlich sehr emotionale Gespräche”, berichtet Bürgermeister Rudi Bertram, der sich selbst vor Ort ein Bild von der Schadenlage machte. „Es ist natürlich problematisch, dass einige Friedhöfe sehr abgelegen sind.”

Auch aus diesem Grund denkt der Verwaltungschef darüber nach, wieder Friedhofsschließer einzusetzen. Sie waren dem Spardiktat der Öffentlichen Hand zum Opfer gefallen. „Ich habe Verständnis für die Leute, wenn sie sehr aufgebracht sind. Wer will schon das Grab eines geliebten Angehörigen beschädigt sehen?” Man werde deswegen eine dauerhafte Lösung suchen, so Bertram.

In der Stadtverwaltung laufen auch heute noch die Drähte heiß. Zum einen sollen alle Betroffenen kontaktiert werden, die den Schaden noch nicht bemerkt haben. Zum anderen will sich Bürgermeister Rudi Bertram dafür einsetzen, dass die Menschen nicht zur Stolberger Wache fahren müssen, um eine Anzeige zu erstatten, sondern die Eschweiler Polizeiwache an der Preyer­straße Ansprechpartner ist.

Am Sonntag war der Waldfriedhof geschlossen, die Eingangspforten waren mit einer Kette und einem Vorhängeschloss zusätzlich gesichert. Er soll jedoch so schnell wie möglich wieder für Besucher geöffnet werden.

Stadt und Polizei sind zuversichtlich, dass die Täter gefasst werden können, schließlich sind schon einige Hinweise eingegangen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ob die Betroffenen allerdings finanziell entschädigt werden, ist noch ungewiss: Nach ersten Recherchen der Stadt kommt wahrscheinlich keine Versicherung für den Schaden auf. Abschließende Gespräche sollen heute geführt werden. Auch die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

Ansprechpartner für Betroffene

Bei der Suche nach den Tätern bitten Polizei und Stadt um Mithilfe. Hinweise können der Polizei unter ? 0241/957734201 gegeben werden.

Menschen, die eine Anzeige erstatten wollen, weil eines ihrer Gräber beschädigt wurde, sollten sich ebenfalls an die Polizei wenden. Bürgermeister Rudi Bertram will sich dafür einsetzen, dass die Eschweiler Wache Ansprechpartner ist.

In der Stadtverwaltung beantwortet Siegfried Zehn von der Abteilung für Umweltbelange und Friedhofswesen unter der Telefonnummer 71545 Fragen und gibt Hilfestellungen für Betroffene.

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