„Ehevermittlungsanstalt“: Marlies und Karl Bolte feiern Goldhochzeit

„Ehevermittlungsanstalt“ : Marlies und Karl Bolte feiern Goldhochzeit

„Fünf Jahre, mehr schafft ihr nicht.“ Das mussten sie sich von Freunden und Bekannten anhören, doch das Zehnfache haben sie nun bereits erreicht. Marlies und Karl Bolte sind vor 50 Jahren den Bund der Ehe eingegangen und bereuen es nicht, dass sie es zu Ende der 1960er Jahre recht zügig haben angehen lassen. Die Goldhochzeit steht nun kurz bevor.

Zur Feier des Jubiläums werden die Hüchelner verreisen, aber auch in der Heimat fühlen sie sich pudelwohl.

Maria Luise und Karl Bolte lernten sich beim Kabelwerk Lynen kennen, damals berüchtigt als „Ehevermittlungsanstalt“. Vorgewarnt wurde Maria Luise — die kurz und der Einfachheit halber Marlies genannt wird — damals im jungen Alter von 15 Jahren von ihren Arbeitskollegen, als Karl in Urlaub war. Sie solle sich in Acht nehmen, Neckereien seien bei ihm an der Tagesordnung.

Doch sie spielte das Spiel mit und mit Augenzwinkern kam es immer wieder zu Treffen und schnell war klar: sie heiraten. Etwas mehr als ein Jahr nach der ersten Begegnung heirateten die beiden am 20. September 1968 standesamtlich. Ein Tag später folgte die kirchliche Trauung in der Weisweiler Burg. Da Marlies erst 16 war, mussten die Eltern der Hochzeit zustimmen, so wie es damals noch möglich war.

Er, der 1947 geboren wurde und im Stadtteil Stich aufwuchs, folgte dann dem Ruf der Liebe und zog mit seiner Gattin Marlies, 1952 in Weisweiler geboren, in den Eschweiler Osten. Zum eigenen Haus kamen die beiden im Stadtteil Hücheln, nachdem andere Interessenten mitten im Rohbau absprangen. Drei Wochen dauerte es dann lediglich, bis alles in trockenen Tüchern war und im Dezember stand der Umzug an.

Zahlreiche Freunde sollten kommen, doch zur verabredeten Uhrzeit war kaum einer da. Marlies befürchtete schon, dass sie ganz alleine die ganzen Möbel und Kisten schleppen mussten. Doch sie kamen alle und packten tatkräftig mit an, Bilder konnten Marlies und Karl zwei Tage vor Heiligabend im Jahr 1979 jedoch nicht mehr aufhängen.

Kinder kamen auch. Sohn Michael erblickte als Erstgeborener 1969 das Licht der Welt, der Kinderwunsch in der Mitte der 1970er-Jahre führte zu einem zweiten Baby, mit Thomas ebenfalls ein Sohn. Beide Söhne wohnen mit ihren Kindern heute auch in der Indestadt.

Neben ihren Söhnen hat das Ehepaar stets Zeit für Hobbys gefunden. Karl hat immer Fußball im Kopf, ob Thekenmannschaft, sicherheitshalber der Sport im Verein, Bundesliga oder Alemannia Aachen, der Ballsport hat es ihm angetan. Marlies hingegen liebt das Lesen und das Stricken, so dass die Familie oft mit Kuscheligem eingedeckt wurde.

Nachdem sie im Waschsalon für Hunde gearbeitet hatte und dort der Wunsch nach einem eigenen Vierbeiner geweckt war, ist sie gemeinsam mit ihrem Mann stets Hundeführer gewesen. Auch wenn die Haustiere stets fit gehalten haben, soll nun Mops „Aramis“ der Letzte sein.

Bis heute lassen sie sich die gemeinsamen Urlaube nicht nehmen. Oft ging es nach Kroatien, in die Hauptstadt Zagreb und ebenso auf Rundfahrten durch die malerische Natur wie beispielsweise die Plitvicer Seen. Die Goldhochzeit wird nun fernab der Heimat genossen, denn die Hochzeitsjubiläen haben sie in der Vergangenheit schon groß und gebührend gefeiert.

Das Fazit von Marlies und Karl: „Nach 50 Jahren Ehe ist man so aufeinander eingestimmt, und dennoch: Auch im Alter ist man noch verrückt.“ Den Humor haben sie nicht verloren und es allen bewiesen, dass die Ehe weit länger gehalten hat als die prognostizierten fünf Jahre.

(mah)
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