Maik Luu und sein Mailverkehr mit einer Verleihfirma für Hüpfburgen

Hüpfburg in Stein gemeißelt : Der wörtliche Mailverkehr zwischen Maik Luu und dem Unternehmen

Beim Versuch, eine Hüpfburg für einen Abischerz zu mieten, kam es zu einem denkwürdigen Mailaustausch zwischen Maik Luu, dem Jahrgangsstufensprecher des Städtischen Gymnasiums Eschweiler, und der Verleihfirma.

Maik Luu: „Sehr geehrtes Mietpark-Team, wir suchen für unseren Abischerz am 22.6.2012 eine Hüpfburg, die auch schon mal etwas größere Kinder aushält. Unsere Schule befindet sich in Eschweiler, sodass eine Lieferung nötig wäre. Da wir nicht viel Budget haben, möchten wir es aber so günstig halten wie geht. Könnten sie uns da vielleicht ein Angebot machen? Mit besten Grüßen, Maik Luu - 13. Jgst. Städtisches Gymnasium Eschweiler.“

Die Antwort des Unternehmens: „Hallo Herr Luu, da Sie offensichtlich kein Geld haben, würde ich vielleicht von meinem Luxusdenken etwas abrücken. Wir sind Vermieter und machen das beruflich für unseren Lebensunterhalt mit dem Ziel, nicht da zu stehen, wo Sie offensichtlich stehen. Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben ,Geschenkeladen‘, lassen Sie es mich bitte wissen. (...) Tipp: Wenn Sie eine Party machen wollen und jeder Besucher sich mit 5 Euro beteiligt, werden Sie ein hervorragendes Event veranstalten können.“

Maik Luu: „Hallo, scheinbar haben Sie mich nicht oder falsch verstanden – wir möchten nichts umsonst, sondern lediglich zu Konditionen, die zu der Veranstaltung eines Abiturscherzes passen. Wie Sie sicherlich wissen werden viele potentielle Kunden dort sein und auf der Hüpfburg Ihre Werbung sehen. Wenn Sie für den Zeitraum keine andere Verwendung haben, wäre es ohnehin totes Kapital.

Bzgl. Ihrer Absage hätte ich mich über ein wenig mehr Höflichkeit gefreut, da ich Stellvertreter einer größeren Interessengruppe bin, alles potentielle Kunden für spätere Jahre, denen ich nun ihr Schreiben vorlesen muss. Sie sollten schon auch an ihre morgigen Kunden denken, ihre Aussage ,da wo Sie stehen‘ ist in absehbarer Zeit ja relativ. Besten Dank und in diesem Sinne verbleibend, Maik Luu.“

Antwort des Unternehmens: „Hallo Herr Luu, die Antwort war nicht unfreundlich. Sie war nur klar auf den Punkt gebracht. Bettelanfragen werden mit entsprechenden Gegenantworten beantwortet. So einfach ist das. Ich darf Ihnen aber versichern, dass wir die Kunden von morgen sicherlich haben, weil wir in bestimmten Bereichen Alleinanbieter sind und obendrein auch noch traumhafte Preise anbieten können, wenn wir wollen. Studenten waren noch nie unsere Kunden aus wirtschaftlichen Gründen.

Und sollten diese denn irgendwann mal Geld verdienen (70 % werden Hartz IV), werden diese ihre Anfrage nicht mehr so stellen wie Sie, weil die dann in einer anderen Liga spielen. In gewissen gesellschaftlichen Schichten hat man nämlich einen anderen Umgangston und vor allem eine andere Zahlungsmoral. Als Bittsteller sind Sie nirgendwo gern gesehen. Eschweiler, Aachen und umliegende Dörfer kommen übrigens immer zu uns. Auch in anderen Bereichen.

Dies ist nicht unfreundlich, sondern soll Ihnen vermitteln, daß Sie einen Anbieter motovieren müssen mit Ihrer Anfrage, und nicht frustrieren. Denn sonst werden Sie nirgends irgendwo ein adäquates Angebot bekommen. Soviel als Tipp für die Zukunft!“

Mehr von Aachener Zeitung