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Eschweiler: Mädchen werden „Mütter auf Probe”

Eschweiler : Mädchen werden „Mütter auf Probe”

In Deutschland werden jährlich etwa 22.000 Mädchen noch vor ihrer Volljährigkeit Mutter. Rund die Hälfte dieser jungen Frauen leben in relativer Armut.

Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen der Willi-Fährmann-Schule ein Konzept entwickelt, bei dem die Jugendlichen mit den Themen Elternschaft, Zukunftsplanung und Lebensformen konfrontiert werden.

Über zwei Drittel aller ledigen Mütter sind auf die Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen. Im Juni werden nun einige Schülerinnen der neunten Jahrgangsstufe fünf Tage lang lebensechte Babypuppen betreuen und so den Alltag einer Mutter kennen lernen.

Dieser „Ernstfall” dürfte ganz schön anstrengend werden, denn das Projekt „Elternpraktikum” läuft Tag und Nacht. Und genau wie bei einem echten Baby fehlt an der Puppe der Knopf zum Abschalten.

Die Puppenmütter tragen ein Armband mit einem Chip, durch den sie immer im Kontakt zum „Baby” stehen. „Somit kann die Puppe also auch nicht zur Betreuung an eine andere Person abgegeben werden”, erklärt Lehrerin Bozena Freitag, die mit ihrer Kollegin Brigitte Vonken-Möller und Sozialpädagogin Carolin Emonds das Projekt betreut.

Während der Projektwoche, die vom 12. bis zum 16. Juni dauert, werden die Daten gesammelt und nach Beendigung per Computer ausgewertet. Dann ist genau zu erkennen, ob die „Probemütter” immer für ihre „Babys” da waren, als sie gebraucht wurden, oder ob sie die Puppen vernachlässigt haben.