Eschweiler-Kinzweiler: Lyrische, blumige Ständchen zum Jubiläum des Kalvarienbergs

Eschweiler-Kinzweiler: Lyrische, blumige Ständchen zum Jubiläum des Kalvarienbergs

Mit Sang und Klang feierten Mitglieder der Kirchengemeinde St. Blasius und der Bruderschaft der Mutter vom Guten Rat im Gotteshaus das 100-jährige Bestehen des Kalvarienbergs gleich nebenan.

Gäste aus dem nahen Eschweiler sowie aus Nothberg waren gekommen, um das Fest musikalisch zu verschönern: Chor und Orchester der Städtischen Musikgesellschaft unter Leitung von Horst Berretz sowie der Junge Chor, der von Verena Berretz geleitet wurde.

In einer knappen Stunde schafften es die ausführenden Künstler und ihre Dirigenten, in einem relativ engen zeitlichen Rahmen eine Perle der Chor- und Orchesterliteratur an die andere zu reihen. Doch zuvor eröffnete Ortspfarrer Dr. Rainer Hennes als Rektor der Bruderschaft die Veranstaltung. Lebhaft erinnerte er sich, mit welcher Inbrunst christliche Flüchtlinge aus dem Irak den Kalvarienberg von Kinzweiler zum Gegenstand frommer Verehrung gemacht hatten. Davon ausgehend, bezeichnete der Priester die an den Leidensweg Christi erinnernden Stationen als „Insel des Friedens“. Im Übrigen dankte Hennes dem Kassierer der Bruderschaft, Arno Johnen, für das Anknüpfen der Kontakte zur Musikgesellschaft.

Ihr Chor sorgte anschließend mit „Die Himmel erzählen“ aus Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ für einen fulminanten Auftakt. Palestrinas Motette „Sicut cervus“ und das romantisch bewegte „Ave maris stella“ von Edvard Grieg setzten weitere Akzente von jeweils ganz eigener Art. Ähnlich farben- und facettenreich gestalteten die Instrumentalisten des Orchesters ihre Beiträge. Pietro Mascagnis „Intermezzo sinfonico“ geriet Horst Berretz und den Seinen sehr lyrisch und blumig. Und auch zu dem für Chor arrangierten Popsong „You raise me up“ steuerten sie einen ähnlich schmelzenden klanglichen Rahmen bei.

Junge Stimmen und alte Musik verbanden sich anschließend beim Auftritt des Jungen Chors. Mit Verdi, Duruflé und Poulenc hatten sich die Sängerinnen unter der Leitung von Verena Berretz Meister der Romantik und der Klassischen Moderne vorgenommen — mit Erfolg und großer stimmlicher Beweglichkeit. Die Damen und Herren der Konzertgesellschaft sorgten wiederum für einen Ausklang nach Maß. Mit „Denn die Herrlichkeit Gottes“ aus Händels „Messias“ zeigten alle Mitwirkenden noch einmal, dass sie auch großen Anforderungen zu attraktiven Darbietungen werden lassen können.

Ein Gleiches galt für Bruckners „Ave Maria“ und Rheinbergers „Abendlied“, mit denen das Konzert in St. Blasius endete. Kein Wunder, dass Brudermeister Thomas Heiner abschließend allen Beteiligten für einen musikalischen Nachmittag auf hohem Niveau dankte.

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