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Eschweiler: Lokalmatadore der Kunstroute

Eschweiler : Lokalmatadore der Kunstroute

Im dritten Teil unserer Serie über die Teilnehmer der diesjährigen Art Open stellen wir Ihnen die Lokalmatadore der Kunstroute vor.

Es heißt zwar immer, der Prophet gilt nichts im eigenen Lande, dennoch halten die Werke der Künstlerinnen und Künstler aus Eschweiler und der näheren Umgebung auch kritischer Betrachtung stand.

Dirk Schreiber: Von Mensch und Material. Der 1972 in Aachen geborene Dirk Schreiber ist Diplom-Designer und gelernter Steinbildhauer, der sich auch als Maler und multimedialer Photograph betätigt. Seine Sujets liefert das Leben selbst, mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Konfliktsituationen und Gefühlszuständen, die der Künstler mittels Stein und Farbe dem Betrachter näher bringt. Dirk Schreiber formt und bearbeitet mit Stein ein an raues und schweres Material so, dass es für den Betrachter leicht wirkt und einen Punkt der Ruhe im Alltagsleben schafft. In seinen gemalten Häuserlandschaften stellt Schreiber durch graphische Stilisierung und Farbwahl die Gefühlswelten in Wohnkomplexen dar, zu sehen in der Galerie Stuchlik in der Vennstraße 27-29.

Brigitte Averdung-Häfner & Christoph Häfner: Top Secret. Seit 25 Jahren setzt Fotografenmeisterin Brigitte Averdung-Häfner Männer und Frauen erotisch in Szene. Gemessen an den prüden Reaktionen mancher Zeitgenossen zur „Engels-Skulptur” an der August-Thyssen-Straße, so die Künstlerin, lassen sich dem zwanglosen Umgang mit Erotik in unserer Heimatstadt durchaus noch Akzente verleihen. In ihrem Atelier in der Neustrasse 4 zeigen die Fotografin und ihr Mann Christoph Häfner Fotografien und Grafiken unter dem Motto „Top Secret”.

Rolf Klotz: Bilder, die Freude bereiten. Neben zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland ist der Eschweiler Rolf Klotz auch als Schöpfer des offiziellen Eschweiler-Logos bekannt. Von handwerklich höchster Güte sind seine in der seltenen Sgraffito-Technik entstandenen Gemälde. Klotz über Klotz: „Stil ist für mich ein persönliches Verhältnis zu Dingen, die man gern um sich hat. Er passt in keine Schublade.” Gemäß diesem Motto malt Rolf Klotz Bilder aus purer Lust an der Gestaltung, als Ausdruck persönlichen Lebensgefühls. Zu Besuchen ist der Künstler mit seinen Bildern in seinem Atelier in der Dreieckstraße 52.

Ricardo de Oliveira: Tristeza? No, obrigado! Traurigkeit? Nein, Danke. Der aus Portugal stammende Ricardo de Oliveira ist ein echtes Multitalent. Mit dem Pinsel ist er mindestens genauso kreativ wie mit Hammer, Flex und Schweißgerät. Auch unter dem Pseudonym „El Caballo” bekannt, galoppiert Ricardo de Oliveira durch alle künstlerischen Schaffensbereiche, von der Malerei bis zu Skulpturen, wobei ihm sein sonniges Gemüt Leitfaden und Inspiration zugleich ist. Metallobjekte aus der Hand des lebenserfahrenen aber junggebliebenen Ricardo de Oliveira lassen sich am 14.11. im Quartier 17 in der August-Thyssen-Straße 17 bewundern.

Chris Poethke: L´Esprit Mediterrane. Chris Poethke wurde in Berlin-Grünau geboren und lebt heute in Bad Wörishofen im Allgäu. Über die Bekanntschaft mit einem spanischen Künstler entdeckte sie ihre Liebe zur Malerei. Frei von akademischem Überbau malt sie aus dem Bauch heraus. Die in Öl gemalten Bilder bestechen durch kräftige Farben und verraten in ihren Motiven eine Vorliebe für den mediterranen Raum. Südländische Landschaften und exotische Tiere, aber auch Tanz und Musik, insbesondere der Jazz, leben in ihren eindrucksvollen Bildern auf. Die Malerei als Lebenselixier: Zu sehen im Mexi & Co, Markt 1 und atmosphärisch begleitet von spanischer Flamenco-Musik.

Melanie Pütz-Güldenberg: Auf der Suche nach der Harmonie. Melanie Pütz-Güldenberg ist ein ganz und gar echtes Eschweiler Mädchen. Sie wurde 1967 in Dürwiß geboren und absolvierte nach der Schulausbildung eine Lehre als Damenschneiderin, ehe sie die Fachoberschule für Gestaltung besuchte. Ihre malerische Ausbildung erhielt sie unter anderem an der Akademie der bildenden Künste in Maastricht. Dass sie aus einer künstlerischen Familie entstammte, beweist sie gemeinsam mit ihrem Vater Helmut, der die Vernissage seiner Tochter am Langwahn 86 musikalisch mit Saxophon, Querflöte und Panflöte begleitet.

Elke Koch: Emotionen. Elke Koch, geboren in Stettin, lebte in Berlin, Düsseldorf und Stolberg, bevor es sie nach Langerwehe zog. In ihren Arbeiten findet der Betrachter phantasievolle Gestalten, Frauenbildnisse, Clowns, Tiere und Landschaften. Elke Kochs Werk ist geprägt durch die treibende Kraft der Farben und Formen. die den Betrachter aus der Stereotypie des Alltags entführt. Mit Aquarell- und Mischtechniken zeigt sie Motive aus Natur, Mensch- und Tierwelt. Sowohl die Harmonie der Farben als auch die Linienführung zeigen den eigenen künstlerischen Stil von Elke Koch.

Sabine Mayer-Terwort: Natur und Technik. In ihren Werken präsentiert die Stolberger Künstlerin auf der Basis von elektronenmikroskopischen und medizinischen Aufnahmen durch großformatige Siebdrucke ungewohnte Ansichten von Insekten und menschlichen Körperteilen. Sabine Mayer-Terworts Serigraphien der Zwiesprache mit Natur und Technik werden bis zum 20. Dezember im ehemaligen Concept-Möbelstudio in der Uferstraße zu sehen sein.

Alessia Krause: Reflexionen der Lebensfreude. 1974 in Aachen geboren, besuchte sie die Alanus Hochschule in Bonn/Alfter, und studierte anschließend ab 1999 freie Malerei an der Kunstakademie in Düsseldorf. Studienreisen führten Alessia Krause in den Tessin und nach Deía (Mallorca). Alessia Krause lebt heute in Alfter bei Bonn und arbeitet als Dozentin. Wichtige Vorbilder ihres Malstils sind August Macke, Henri Matisse und Gabriele Münter. Ihre expressionistischen Bilder sind geprägt von unbeschwerter Farbenfreude und Spontaneität - zu sehen im Concept in der Uferstraße 80.

Paul Santosi & Freunde: Bananenpredigt. Ebenfalls im Concept in der Uferstraße 80 zeigt Paul Santosi (96-62-94) Einzel- und Gemeinschafts-Kreidemalereien mit Barbara Pinhammer und Norbert Werker, begleitet von obergärigem Bier, Mineralwasser und Brezeln, allerdings nur, solange der Vorrat reicht. Der Diplom-Betriebswirt, PR-Berater, Musiker und Journalist ist Autodidakt, malt exklusiv mit Pastellkreide und besitzt eine tiefe Abneigung gegen die Selbstverherrlichung des modernen Kunstbetriebs.

Sein Motto ist eine Leihgabe des großen Vornamensvetters Pablo Picasso: „Wenn ich wüsste, was Kunst ist, ich behielte es für mich selbst.” Als musikalische Dreingabe gibt es amüsante Weisen mit Bluesmeister Wolfgang Wynands an der Gitarre.