Eschweiler: Lohner Sommermärchen endet im Finale

Eschweiler: Lohner Sommermärchen endet im Finale

Germania Dürwiß heißt der Blausteinsee-Cup-Sieger 2009. Der haushohe Turnierfavorit zeigte keine Schwäche und behielt auch im Finale die Oberhand.

Gegen das Überraschungsteam von Gastgeber Rhenania Lohn netzte der Mittelrheinligist gleich fünfmal ein. Doch können die Lohner Mannen von Trainer Josef Schepp trotz der 0:5-Endspiel-Schlappe hochzufrieden auf die vergangenen zehn Tage blicken. Als B-Ligist ließen sie nämlich eine ganze Reihe höherklassiger Mannschaften hinter sich und gehen nun zuversichtlich die die neue Saison.

Kaum einer hatte die Rhenanen auf der Rechnung. Doch mit Kampfgeist, einem forschen, offensiven Auftreten und dem nötigen Quäntchen Glück gelang dem Außenseiter beinahe die Sensation. „Die Art und Weise, wie die Jungs sich hier präsentiert haben, war einfach klasse!”, lobte daher Coach Schepp seine eingeschworene Truppe schon vor dem Anpfiff.

Doch am Finaltag wirkten die Beine von Kapitän Guido Stürtz und seinen Mitspielern müde. 24 Stunden zuvor hatten die Rhenanen noch den Landesligisten Jugendsport Wenau aus dem Cup gekegelt. Gegen das Team von Trainer Markus Hamacher zeigten die Lohner in einer spannenden Halbfinalpartie Kaltschnäuzigkeit.

Zwar hatten die Wenauer die größeren Spielanteile, agierten variabel im Mittelfeld, doch vor dem Tor blieb der Landesligist oftmals zu harmlos. Erst in der 32. Minute kam Timo Kowalik das erste Mal gefährlich vor das Lohner Tor. Keeper Dirk Müller hielt hier aber wie über die kompletten 90 Minuten seinen Kasten sauber.

Während Wenau-Trainer Hamacher nicht zufrieden sein konnte ob des langsamen und behäbigen Spiels seiner Mannschaft, hatte Josef Schepp den richtigen Riecher: Die komplette Sturmreihe wechselte Lohns Trainer aus (56.). Ein Signal, das Tobias Streußer besonders gut verstand.

Zweimal scheiterte der agile Torjäger noch an Wenaus Schlussmann, dann endlich die Erlösung: Nach schönem Pass in die Tiefe legte Giovanni Patti quer und Streuß versenkte zum 1:0 (75.).

In der 90. Minute gelang Streuß sogar das 2:0, im Gegenzug pfiff Schiedsrichter Manfred Breuer dann noch einmal Elfer für Wenau, so dass Jugendsport auf 1:2 durch Sascha Jesse verkürzen konnte (90+2.). Doch es reichte! Lohn stand erstmal seit 2006 wieder im Finale des Blausteinsee-Cups.

Dort kam es am Sonntagabend zum Lokalderby mit Germania Dürwiß. Michael Burlets Truppe hatte am Vortag den VfR Linden-Neusen mit 3:2 geschlagen. Dabei mussten die Dürwisser gleich zweimal einen Rückstand aufholen.

Nach dem frühen 1:0 durch Carsten Kratz (4.) glich Alan Graf für den Mittelrheinligisten aus (45.). Die erneute Führung für den VfR durch Dennis Peters (52.) egalisierte Daniel Koppelmann im direkten Gegenzug (54.). Daniel Russek (72.) und Manfred Fleps (88.) sorgten schließlich für den 4:2-Endstand.

„Wir wollen uns einfach so teuer wie möglich verkaufen”, hatte Josef Schepp bereits vor dem Anstoß die Befürchtung, dass das Lohner Sommermärchen enden würde. Und der Favorit ließ von Anfang an keine Zweifel daran aufkommen, wer am Ende des Tages den Pott in den Himmel stemmen sollte.

In der 8. Minute flankte Dürwiß´ Tobias Schumacher fein in den Strafraum und Daniel Koppelmann - der Top-Torjäger des Turniers - netzte zum 1:0 ein. Dem Pressing der Germanen hatte der B-Ligist nichts entgegenzusetzen.

Folgerichtig fiel schon in der 12. Minute das 2:0: Lohns Abwehr bekam den Ball nicht weg, der Dürwisser Stefan Baumgart setzte energisch nach und schob die Kugel rechts am chancenlosen Torwart Thomas Richter vorbei. Dürwiß dominierte die Partie in allen Belangen, Lohn hielt wacker dagegen, konnte selbst aber keine offensiven Akzente setzen.

In Halbzeit 2 das gleiche Bild: Dürwiß machte das Spiel, Lohn konnte nur reagieren. In der 49. Minute war erneut Koppelmann zur Stelle und nickte mit dem Kopf zum 3:0 ein.

Per direkter Volleyabnahme oben rechts ins Toreck sorgte Dürwiß´ Stürmer auch noch für das 4:0 (59.), bevor Trainer Burlet seinen Goalgetter auswechselte und in den verdienten Feierabend schickte.

Für den Schlusspunkt sorgte der starke Dominik Russek mit einem Schuss ins kurze Eck (80.). Germania Dürwiß feierte einen somit verdienten 5:0-Finalerfolg. Lohn geht trotz der Schlappe mit viel Rückenwind aus dem Turnier. „Nächstes Jahr zum 90-jährigen Vereinsjubiläum wollen wir dann den Aufstieg in die Kreisliga A feiern”, gab Trainer Schepp sogleich das Ziel aus.

Das Spiel um Platz 3 entschied Jugendsport Wenau gegen den VfR Linden-Neusen nach Toren von Sascha Jesse (10.), Mohamed Kidadi (65.), Martin Kroll (72.) und Tobias Wirtz (87.) bei einem frühen Gegentor durch Jürgen Schnober (4.) für sich.