Eschweiler: Lösung gesucht: Was wird aus Schützenheim?

Eschweiler: Lösung gesucht: Was wird aus Schützenheim?

Was wird aus dem Schützenheim in Eschweiler-Ost? Jahrzehntelang war das Gebäude an der Sternheimstraße kultureller Mittelpunkt des Stadtteils und vor allem Heimat der St.-Longinus-Schützen, die ihr Vereinsheim in Eigenleistung aufgebaut, erweitert und seit 1970 genutzt haben

Nach Bekanntwerden des Beschlusses des Kirchlichen Immobilienmanagements (KIM), dass u.a. die Kirche Herz Jesu in Ost vom Bistum Aachen nicht mehr finanziell bezuschusst werden könne, schwebt ein möglicher Verkauf des kirchlichen Grundstücks, auf dem neben der Pfarrkirche und dem Schützenheim im Übrigen auch der Kindergarten steht, wie ein Damokles-Schwert über dem Stadtteil und seinen Bürgern.

Um Klarheit und Lösungsoptionen miteinander zu schaffen, trafen sich Vertreter der St.-Longinus-Schützenbruderschaft und der Kirche am vergangenen Dienstag zu einem ersten konstruktiven Gespräch.

Kirchlicher Nutzung beibehalten

„Wir möchten die Kirche und das Gelände nicht dem freien Immobilienmarkt zugänglich machen, sondern nach Möglichkeit eine kirchliche Nutzung weiter ermöglichen. Dabei ist uns die Zusammenarbeit mit Ihnen (den Schützen) sehr wichtig auf Grund der Verortung der Pfarre in diesem Bezirk“, versicherte Bernd Telschow als Mitglied des Kirchenvorstands St. Peter und Paul in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Eschweiler-Mitte.

Brudermeister Ernst Bartels verwies auf den bestehenden Vertrag zwischen der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu und der St.-Longinus-Schützenbruderschaft aus den 70er Jahren, in dem die Erstellung des Schützenheims auf dem Kirchengelände erlaubt wurde. Dies sei auch unbestritten, dennoch gebe es baurechtliche Vorschriften, die beispielsweise in Bezug auf eine Aufteilung des Grundstücks im Detail betrachtet werden müssten, so Telschow, der auch als Vertreter des Bauausschusses am Dienstagabend vor Ort war.

Noch ist alles offen

Die eigentliche Frage allerdings ist, wie eine Mitnutzung des Heims durch die Kirche aussehen kann, bzw. welche Optionen sich ergeben, falls doch ein Investor das gesamte Grundstück erwerben sollte. Hierüber haben die Schützen am Donnerstag intern beraten und werden zeitnah weitere Gespräche mit den Vertretern der Kirche führen.

„Fakt ist: Es ist noch nichts beschlossen, was die Nutzung des Schützenheims in Zukunft betrifft, die Lage ist offen“, stellte Hans-Peter Offergeld als Kirchenvorstands-Mitglied am Dienstag klar, ebenso, dass man an einer vertrauensvollen, transparenten Zusammenarbeit mit den Schützen genauso interessiert sei wie an einer für die Bürger in Eschweiler-Ost guten Lösung, die das Schützenwesen im Stadtteil erhalte und der Pfarre als Partner eventuell eine Mitnutzung des Heims ermögliche. „Die Symbolkraft und Würde dieses Ortes muss erhalten bleiben“, bekräftigte auch Diakon Bernhard Habermaier mit Verweis auf die KIM-Bedingungen.

Unbestritten bleibt jedoch, dass die Kirche Herz Jesu ebenso wie das Röher Pfarrheim und die Kirche St. Michael drei der von der Kürzung der Bezuschussung betroffenen Kirchengebäude sind, die im von der GdG im KIM-Konzept als Einsparnotwendigkeiten genannt worden sind.

Umso beruhigender ist es, dass sich nun die betroffenen Parteien wie die St.- Longinus-Schützen mit Kirchenvertretern aufeinander zu bewegen und konkret nach Lösungen suchen.