Eschweiler/Düsseldorf/Berlin: Liebfrauenschule jetzt offiziell „Mint-freundlich“

Eschweiler/Düsseldorf/Berlin : Liebfrauenschule jetzt offiziell „Mint-freundlich“

106 Schulen aus Nordrhein-Westfalen sind jetzt als „Mint-freundliche Schule“ ausgezeichnet worden. „Mint“ steht für Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. 47 Schulen erhielten das erste Mal die Auszeichnung, darunter die Bischöfliche Liebfrauenschule (BLS). Die Ehrung der Schulen in Nordrhein-Westfalen steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz (KMK).

Schulministerin Yvonne Gebauer zeichnete gemeinsam mit Thomas Sattelberger, Vorsitzender der BDA/BDI-Initiative „Mint Zukunft schaffen“ die Schulen aus und sagte: „Eine umfassende Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen in den Mint-Fächern befähigt Jugendliche zu einer qualifizierten Teilhabe an Diskussionen zu naturwissenschaftlich-technischen Themen. Der Mint-Sektor bietet Jugendlichen hervorragende Perspektiven — sowohl für eine berufliche als auch eine akademische Ausbildung. Deswegen gilt es, sie für diese Fächer zu begeistern. Die Förderung der Mint-Bildung in der Schule leistet einen bedeutenden Beitrag, Zukunftsperspektiven zu schaffen sowie den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen zu stärken.“

Der Mint-Beauftragte der Bischöflichen Liebfrauenschule, Dr. Bernhard Collet, beantwortet einige Fragen rund um diese Auszeichnung.

Wie kam es zu der Auszeichnung durch das Ministerium?

Collet: Als Mint-Beauftragter der Bischöflichen Liebfrauenschule galt es zuerst, eine Standortbestimmung im Mint-Bereich vorzunehmen. Da wir den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt an unserer Schule seit Anfang der 2000er Jahre ausgebaut haben, kam die Idee, sich als „Mint-freundliche Schule“ bei der Initiative „Mint — Zukunft schaffen“ zu bewerben. Und nun freuen wir uns, die Auszeichnung von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer erhalten zu haben.

Womit konnte die BLS überzeugen?

Collet: Unser Mint-Konzept ist zentraler Bestandteil unseres Schulprogramms. Von daher kann man klar sagen, dass an der Liebfrauenschule der Förderung der Mint-Facher besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dieser Schwerpunkt hebt sich deutlich aus dem Fächerkanon heraus, und zwar von den Schnuppernachmittagen für die Grundschüler bis in die Leistungskurse über die gesamte Schullaufbahn. Wichtig hierbei ist neben der sachkundlichen Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen, diese auch im Rahmen einer ganzheitlichen Bildung zu betrachten, die die Grenzen des Einsatzes von Naturwissenschaften beleuchtet. Nicht alles, was machbar ist, ist auch ethisch-moralisch vertretbar. So werden unsere Schüler fur derartige Themen beispielsweise in den Differenzkursen der 9. Stufe im Fach „Geschichte der Naturwissenschaften“ sensibilisiert.

Welche Zusatzangebote bietet die BLS im Mint-Bereich an?

Collet: Neben Arbeitsgemeinschaften werden zum Beispiel im Fach Mathematik die Kompakttage „Cammp-Day“ an der RWTH Aachen angeboten. Neben externen finden auch eine Reihe hausinterner Angebote für unsere Schüler statt. Die Fachschaft Chemie veranstaltet jährlich einen einwöchigen Chemie-Workshop, der an gezielten Problemstellungen forscht, zum Beispiel an der Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe. Ein besonderes Highlight für unsere Schüler ist auch der Science-Workshop in Kufstein (Österreich) im Austausch mit dem dortigen Bundesgymnasium, der bereits seit 2005 besteht. Auch liegt uns der Schutz unserer Schüler im Umgang mit den neuen Medien am Herzen und so wollen wir sie darin schulen, verantwortungsbewusst mit digitalen Medien um- zugehen und Kompetenzen zum sinnvollen Einsatz zu erwerben. Sicherheitszertifikate zum Umgang mit dem Internet werden in dem Zusammenhang bereits in der Jahrgangsstufe 6 erworben.

Welche „Mint-fördernde Ausstattung“ bietet die BLS?

Collet: Erst kürzlich wurden unsere Biologieräume saniert und mit modernster Technik ausgestattet in Hohe eines Investitionsvolumens von 250.000 Euro, wovon ein großer Anteil von der freiwilligen Elternhilfe beigesteuert wurde. Der breitgefächerte und umfangreiche Fundus, über den unsere Schule verfügt, wird so im Sinne des Grundsatzes eingesetzt, Schüler das selber tun zu lassen, was sie können. Viele Fragestellungen in den Naturwissenschaften werden folglich selbstständig im Sinne einer wissenschaftspropädeutischen Ausrichtung experimentell geklärt. Hier lassen sich zum Beispiel die Experimentierkästen im Fach Physik in Klassensatzstärke erwähnen.

Was bedeutet die Auszeichnung für die Schüler der BLS?

Collet: „Mint“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften (Physik, Biologie, Chemie) sowie Technik und umfasst daher die Fächer, die als relevant für Innovationsfähigkeit großer Teile der Wirtschaft und in der Folge für die „Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“ gesehen werden. Wir wollen unsere Schüler auf diese Herausforderung vorbereiten und sie bei einer möglichen Berufswahl im Mint-Bereich unterstützen. Besonders hervorheben möchte ich hierbei die gezielte Förderung und Begeisterung unserer Schülerinnen für die Mint-Fächer. Wir wollen zeigen, dass „Frau“ auch ihren „Mann“ in diesem Bereich stehen kann.

Wie geht es jetzt weiter?

Collet: „Digitalisierung“ ist hier sicherlich ein Stichwort, das uns in Zukunft vor Herausforderungen stellen wird. Der weitere Ausbau unserer digitalen Infrastruktur steht in Aussicht und eröffnet die Möglichkeit zur Erweiterung von Mint-Fachkompetenzen.