Lehrermangel: An Eschweiler Schulen fehlt Personal

Lehrermangel : Trotz Einstellungen: Personalquote oft unter 100 Prozent

Lehrermangel ist immer wieder ein Thema, das für Diskussionen sorgt. In Nordrhein-Westfalen sind die Personalsituationen in verschiedenen Orten sehr unterschiedlich. Das gilt auch für die Städteregion Aachen.

Aus diesem Grund hat der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (SPD) eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, in der er genau dieser Problematik auf den Grund gehen will.

„Hintergrund der Kleinen Anfrage ist die angespannte Lage auf dem Lehrkräftearbeitsmarkt in NRW“, erklärt Kämmerling. Sein Ziel sei es gewesen, Transparenz zu schaffen. In der Antwort des Ministeriums für Schule und Bildung heißt es, dass die Ergebnisse „eine stichtagsbezogene Momentaufnahme“ darstellen. In dieser schneidet aber auch die Stadt Eschweiler nicht besonders gut ab. Es fehlen vor allem Schulleiter und deren Stellvertreter.

Begonnen hatte Kämmerling mit der Frage nach der Lehrerversorgung an Schulen. Dort ist für Eschweiler festzustellen, dass über die Hälfte der insgesamt 18 Schulen eine sogenannte Personalausstattungsquote von unter 100 Prozent haben. Vor allem Grundschulen und Förderschulen liegen nicht im Soll. Letztere weisen alle lediglich eine Personalquote zwischen 88,7 und 96,8 Prozent auf.

Bei den zehn Grundschulen sind sechs unterbesetzt, die Grundschule KG Röhe weist mit 76,9 Prozent den mit Abstand niedrigsten Wert auf. Aber auch die Grundschulen Kinzweiler, Dürwiß, Bohl, die Don-Bosco-Schule und die Eduard-Mörike-Schule liegen unter den 100 Prozent. Den höchsten und damit besten Wert erreichte allerdings auch eine Grundschule: die Barbaraschule mit 126,7 Prozent.

Die Landesregierung weist darauf hin, dass die Quoten von unter 100 Prozent nicht automatisch eine Unterbesetzung der Schulen bedeute, ebensowenig wie von einer Überversorgung bei über 100 Prozent ausgegangen werden kann.

Die Einstellungszahlen liegen im Vergleich mit Stolberg etwas niedriger, im vergangenen Schuljahr erfolgten in Eschweiler 18 Einstellungen. Davon betroffen waren Grundschulen (6), die Realschule (1), die Gesamtschule (2), Förderschulen (3) sowie das Berufskolleg (6). Letzteres ist die einzige Schule, die auch Quereinsteiger eingestellt hat, dort waren es drei.

Auffällig ist die Situation der Grundschulen in Leitungspositionen. In Eschweiler gibt es sieben vakante Stellen, davon drei Leitungsstellen und vier Stellvertreter. Sechs der sieben Stellen fehlen an Grundschulen, lediglich eine davon ist bereits beauftragt. Die andere Stelle ist an der Förderschule Astrid-Lindgren-Schule vakant.

Teil der kleinen Anfrage waren auch die unbesetzten Stellen im Bereich der sonderpädagogischen Förderung. Dort fehlen fünf an Grundschulen, zwei an der Hauptschule, jeweils eine an der Realschule und der Gesamtschule sowie zwei an Förderschulen und vier am Berufskolleg.

(can)
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