Eschweiler: Lebensfrohe Botschaft durch Jazzklänge

Eschweiler: Lebensfrohe Botschaft durch Jazzklänge

Anspruchsvolle Texte in Liturgie und Predigt, ergreifender Konzertgesang sowie dies alles einmündend in eine löbliche Benefizaktion: So Vieles und Angemehmes zugleich erwartet den Besucher eines gewöhnlichen Sonnabend-Gottesdienstes selten.

Nun verdichtete sich dies aber tatsächlich in zwei gedrängten Stunden im Kirchenschiff von St. Peter und Paul. Bei der jährlichen Gospel- und Jazz-Messe zum Advent sangen, tanzten und wippten die zahlreichen Gottesdienstbesucher mit beim Auftritt der Fats Jazz Cats und des Gospel Trains 72 - und spendeten einen beträchtlichen Obulus für die Wiedererrichtung der St.-Augustin-Kirche in New Orleans.

Sie war wie so viele Gebäude beim über Lousiana wütenden Hurrican im Jahre 2005 in Mitleidenschaft gezogen worden. Selbige Kirche, so berichtete Dr. Robert „Fats” Lumma als Eschweilers Benefiz-Motor in Sachen „New Orleans” vor der Messe, war eine der Geburtsstätten des Gospel-Gesangs und des Jazz am Ufer des legendären Mississippi-Flusses.

In New Orleans, wo vor allem Sklaven aus dem Kongo angesiedelt wurden, gelang eine in den USA nicht unbedingt übliche Verschmelzung von afrikanischer und amerikanischer Musikkultur. So atmen die Evangelientexte abbildenden Gospels sowohl europäische Harmonik wie ursprüngliche afrikanische Rhythmik.

Und was macht den ganz besonderen Reiz dieser Kirchenmusik aus? Dr. Lumma brachte es auf den Punkt: „Liturgie und Gesang der Katholischen Kirche fördern den Weg nach innen. Gospels stehen für spontane, auch nach außen sichtbare und auf den anderen zugehende Lebensfreude”.

Diese expressive Ergriffenheit sprang während der von Dr. Andreas Frick zelebrierten Messe immer wieder von Chor und Brass Band auf die Gottesdienstbesucher über. Die Hände schwebten gen Himmel, die Beine und Füße wippten und die Körper bewegten sich leicht im Rhythmus, wenn die Gesänge angestimmt wurden: „Go tell it on the Mountain” (Kommt sagt es allen weiter), „Glory Allelujah”, „Shake the Devil off”, „When he praises go up”, „Everybody don„t know, who Jesus is”, „He„s got the whole world in his hands” und „Amazing grace”.

Die Losung des Tages in der Peter-Paul-Kirche aus dem Philipperbrief („Freut euch im Herrn zu jeder Zeit”) fand im Gesang von Chor und Gemeinde ihre schöne Umsetzung - und bot eine passende Einstimmung in der Zeit des Advents, der durch Gott und Propheten verheißenen Erwartung kommender Heilszeiten.

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