Jülich/Eschweiler: Lebensbilder: Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen

Jülich/Eschweiler: Lebensbilder: Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen

Nach der Vorstellung von Etty Hillesum und Viktor Frankl stellt die Literarturzeit Geilenkirchen den 1932 in Czernowitz geborenen Schriftsteller Aharon Appelfeld vor.

Zum Zeitpunkt seiner Geburt gehörte Czernowitz noch zu Rumänien, bis 1918 hatte es noch zu Österreich-Ungarn gehört und heute liegt es in der Ukraine. Eine wechselvolle Geschichte eines Gebietes, das auch mit dem Namen Galizien bekannt ist.

Nach glücklichen ersten Kindheitsjahren folgte für Aharon Appelfeld Verfolgung, Ghetto, Krieg und verschiedenste Flüchtlingslager in Italien und in Palästina. Vieles hat er überlebt, schlug sich als Kind und Jugendlicher alleine durch und begegnete auf seinem Weg, Menschen, die ihn gefährdeten und andere die ihm halfen.

Er hat dies in mehreren Romanen verarbeitet und hielt das Fühlen eines Kindes und Jugendlichen in solch extremen Situationen wach. Irgendwas spricht in ihm, irgendwas treibt ihn vorwärts — doch wohin? Gut vermag man sich in ihn und seine fremde Welt und die mit ihr einhergehenden Konflikte einfühlen.

Die Beschreibung der resignativen und lethargischen Stimmung im Flüchtlingslager in Neapel, mag man übertragen auf heutige Flüchtlingslager. Er muss raus aus der lebensfeindlichen Stimmung in diesem Lager und weiß doch, dass hier auch die Menschen sind, die ihn gehol-fen haben überhaupt bis dorthin zu kommen. Es sind die Menschen seiner osteuropäischen Heimat.

Indem wir seinen weiteren Weg und seiner zärtlichen Stimme folgen, können wir nachvollziehen, was es heißt, in den Wirren von Flucht und Emigration in einem neuen Leben zu erwachen, aber mit der Vergangenheit leben zu lernen. Eine beeindrucken-de stille Stimme und ein überraschender Schicksalsverlauf. Im Mittelpunkt steht der Roman „Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen.“

Referentin ist die Erwachsenenbildungsreferentin Elke Bennetreu von der Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich. Die Literaturzeit findet statt am Freitag, 13. März, um 18 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Geilenkirchen, Konrad-Adenauerstraße 83.

Es ist keine Gebühr zu entrichten. Der Veranstalter bittet jedoch um Anmeldung bei der Evangelischen Erwachsenenbildung unter Telefon 02461/99660, per E-Mail an eeb@kkrjuelich.de oder bei der Evangelischen Gemeinde Geilenkirchen unter Telefon 02451/67447 oder per Mail ev.kgm.geilenkirchen@t-online.de.