Eschweiler: Laubbläser löst Massenschlägerei aus

Eschweiler: Laubbläser löst Massenschlägerei aus

Ein Laubbläser hat am Wochenende in Eschweiler eine Massenschlägerei ausgelöst. Rund 40 Menschen gingen mit Baseballschlägern, Sägen, Heckenscheren, Mistgabeln, Golfschlägern und Harken aufeinander los. Der ursächliche Laubbläser wird in naher Zukunft auch noch Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Gerichte beschäftigen.

Um 12.40 Uhr wurde der Polizei am Samstag eine schwere Schlägerei in der Gutenbergstraße mit mehr als 100 Beteiligten gemeldet. Man gehe mit Kettensägen und Mistgabeln aufeinander los. Ein Anrufer schilderte die Situation sogar als Massaker.

Mit acht Streifenwagen erschien die Polizei aus allen Richtungen am „Ort des vermeintlichen Gemetzels“, wie es am Montag im Polizeibericht hieß. Am Ort der Auseinandersetzung stießen die Beamten auf eine hochgradig erregte Menge, deren Mitglieder teilweise tatsächlich mit diversen Gerätschaften bewaffnet waren. Dennoch hätten die Beamten es recht zügig geschafft, sich lauthals Ruhe zu verschaffen und die Kontrahenten gefahrlos zu trennen, „ohne dass auch nur ein Gartengerät zweckentfremdet zum Einsatz kam“.

Wie sich herausstellte war der Grund für diese Riesenauseinandersetzung ein Laubbläser mit 1,5 PS und etwa einer Lautstärke von rund 84 Dezibel. Landschaftspfleger hatten sich am Morgen daran gemacht, örtliche Hecken und Bäume im Rahmen eines Auftrages zurückzuschneiden. Das herabfallende Laub wurde mit Hilfe des Laubbläsers zusammengefegt.

Ein kleiner Stein und kleines Geäst fühlten sich mit angesprochen und ließen sich so gegen ein geparktes Auto blasen. Sehr zum Leidwesen des Besitzers, der sich sofort bei den Pflegern beschwerte. Von da an habe sich der Konflikt immer weiter aufgeschaukelt, sagte ein Polizeisprecher. „Man(n) durchlief offenbar mehrere Eskalationsstufen: Verfehlen der Tonart, Geschrei, Streit, körperliche Auseinandersetzung, Bewaffnung.“

Trotz der enormen Schlägerei unter etwa 40 Beteiligten gab es nur einen Verletzten. Er war von einer Leiter, die nicht als Steighilfe, sondern eher als Waffe zum Einsatz kam, am Kopf getroffen und verletzt worden. Er kam mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus.

Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung ein. Schließlich endet das Polizeiprotokoll wie folgt: „Um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern, wurde den Landschaftspflegern empfohlen, die Arbeiten im Bereich der Gutenbergstraße einzustellen und den Bereich zu verlassen.“

(red/pol)
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