Eschweiler: Langstreckenmeisterschaft: Gelbgrüner „Dicker“ läuft noch nicht rund

Eschweiler: Langstreckenmeisterschaft: Gelbgrüner „Dicker“ läuft noch nicht rund

Der Saisonauftakt der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring war ein Leckerbissen für alle Motorsportfans, und der zweite Lauf des Jahres, der 55. ADAC ACAS H&R-Cup, schickt sich nun an, dies sogar noch zu toppen. Der Veranstalter rechnet mit mehr als 200 Teams, die Samstag die Generalprobe für das ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennen in Angriff nehmen.

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer kämpft um den Gesamtsieg, daneben sind in der populärsten Breitensportserie nicht weniger als 29 Klassensiege zu vergeben.

In der vorläufigen Teilnehmerliste stehen knapp 550 Fahrer aus 30 Nationen, die mit Fahrzeugen von 25 unterschiedlichen Automobilherstellern an den Start gehen werden. Mit mehr als 30 Fahrzeugen ist die GT3-Klasse SP9 erneut stark besetzt. Neben den Teams, die bereits beim Saisonauftakt mit von der Partie waren, kommen eine Handvoll neuer Fahrzeuge hinzu, die in der Lage sind, für Aufsehen zu sorgen und um den Gesamtsieg ein Wörtchen mitzureden.

Noch unter Wert geschlagen

Der Eschweiler Jochen Krumbach startet mit Timo Bernhard und Romain Dumas. Beim Saisonauftakt noch unter Wert geschlagen, geht der Porsche 911 GT3 RSR von Manthey-Racing beim H&R-Cup mit starken Fahrern ins Rennen: An der Seite von Stammfahrer Jochen Krumbach (Eschweiler) sind am Samstag die beiden Nordschleifen-Spezialisten und Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard und Romain Dumas mit dem „Dicken“ in der Klasse SP7 unterwegs.

Manthey-Stammfahrer Krumbach und Porsche-Werksfahrer Marco Holzer beendeten das 38. DMV Vier-Stunden-Rennen als Sieger der Klasse SP7 und auf dem 6. Gesamtrang. Es war der erste Rollout des neuen gelbgrünen Porsche 911 GT3 RSR von Manthey-Racing auf der Nürburgring-Nordschleife, weshalb der Lauf vom Team aus Meuspath vor allem als Testfahrt angesehen wurde. Erklärtes Ziel: möglichst viel zum Fahren kommen, möglichst viele Daten sammeln und möglichst viel über das Auto, das in der VLN die Startnummer 60 führt, lernen.

Jochen Krumbach fuhr den mittleren der drei Turns: „Ich fühle mich sehr wohl im RSR. Wir müssen noch an verschiedenen Bereichen des Fahrzeugs arbeiten, aber grundsätzlich funktioniert das Auto und hat Potenzial. Für das nächste Rennen hoffe ich auf eine Justierung der ‚Balance of Performance’, da wir mit dem jetzigen Luftmengenbegrenzer und der damit verbundenen Geschwindigkeit absolut chancenlos sind, das Tempo an der Spitze mitzugehen.“

Mit Tempo 60

Die Rundenzeiten erfüllten allerdings auch aus anderen Gründen nicht die Erwartungen des Nordschleifen-Profis: Das sehr große Starterfeld brachte viele Gefahren, Unfälle und Bergungsarbeiten und damit doppelt-gelb geschwenkte Flaggen mit sich. Doppelt-gelb bedeutet Tempo 60 für die Fahrer. „Erst im letzten Stint konnte Marco ein paar freie Runden fahren, davor haben wir beide zum Teil eine Minute auf unsere eigentlich möglichen Rundenzeiten verloren,“ so Jochen Krumbach.

Viele Fans bejubelten die Rückkehr des gelbgrünen „Dicken“ nach einem Jahr VLN-Abwesenheit. Seinen Spitznamen verdankt das 2012er RSR-Modell dem breiten Bodykit und der breiten Spur.

Der zweite Lauf des Jahres startet pünktlich um 12 Uhr über die Distanz von vier Stunden auf der auf der 24,358 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring-Kurzanbindung und Nordschleife. Zuvor werden im Zeittraining von 8:30 bis 10 Uhr die Startplätze ausgefahren. Der Zugang zum Fahrerlager, der Startaufstellung und den geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs kostet 15 Euro. Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt und rund um die Nordschleife ist das VLN-Erlebnis ebenfalls kostenlos.

(rfr/err)