Eschweiler: Lange Wege, kurze Matten, viele Treffen

Eschweiler: Lange Wege, kurze Matten, viele Treffen

„Mensch, wo bist du?”, fragte das diesjährige Motto des Evangelischen Kirchentages in Bremen seine Besucher. Mit „Hier!” konnten dabei auch zehn Jugendliche der Kirchengemeinde Weisweiler antworten - denn sie befanden sich mit Jugendleiterin Frauke Meier und Rabea Peiter fünf Tage lang mitten im Geschehen.

Wer jetzt aber an einen entspannenden Kurzurlaub denkt, liegt falsch: Die Fußwege waren lang, die Isomatten zu kurz und die Duschen mitunter auch mal kalt. Als Quartier diente nicht etwa ein schickes Hotel, sondern ein Gymnasium im nahegelegenen Verden. Kurz: Es waren nicht die komfortabelsten Tage im hohen Norden für die Jugendlichen. Was sie aber waren: Abwechslungsreich dank der verschiedensten Veranstaltungen, reich an Begegnungen mit einigen der rund 100.000 Besucher.

Mittwochs ging es mit dem Bus an der evangelischen Kirche los, am Sonntagabend kehrte eine erschöpfte, aber glückliche Gruppe zurück, denn in den Tagen dazwischen war stets volles Programm angesagt. Tagsüber war vor allem das Jugendzentrum in der Bremer Überseestadt am Hafengelände ein beliebtes Ziel: Die verschiedensten deutschen und internationalen Gemeinden und Organisationen hatten auf dem „Markt der Möglichkeiten” Informationsstände aufgebaut, berichteten über ihre Projekte oder machten auf die großen Probleme der Welt wie Armut, Umweltverschmutzung und Ausbeutung im Welthandel aufmerksam.

Daneben gab es aber auch vieles zum Selbermachen und Ausprobieren - vom Geschicklichkeitsparcours bis zu einer Testfahrt im Rollstuhl. Seinem Namen als „Kirchentag der Schiffe” machte dieser am Hafengelände alle Ehre, denn auch das Schiff „San Diego” beherbergte einen Teil der Ausstellung.

Auch wenn abends in der gesamten Stadt viel los war, war es für die Weisweiler zumindest an einem Abend keine Frage, diesen auf der so genannten „Bürgerweide” am Messegelände zu verbringen: Denn die „Wise Guys”, eine A-Capella-Band aus Köln, sind nun einmal ein absolutes Muss im Programm.

Dass sich niemand über die teilweise extrem überfüllten Züge und Busse ärgerte, gehört wohl zum besonderen Flair des Kirchentags, der die Jugendlichen übrigens so begeisterte, dass sie schon jetzt wissen: In München sind wir 2010 wieder dabei!

Mehr von Aachener Zeitung