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Lange Nacht der Bibliotheken in der Stadtbücherei Eschweiler

Lange Nacht der Bibliotheken : „Gemeinsam Literatur erleben“

„Gemeinsam Literatur erleben“ – das war das Motto bei der langen Nacht der Bibliotheken am Wochenende in der Stadtbücherei Eschweiler. Sieben Büchereifreunde nutzten die Gelegenheit und stellten ihr ganz persönliches Lieblingsbuch vor, das gerade auf ihrem Nachttisch liegt.

Michaele Schmülling-Kosel, seit 1983 Bibliothekarin aus Leidenschaft, liebt Bücher, Medien und Begegnungen. Sie stellte den Roman „Das Licht“ von TC Boyle vor. Darin geht es darum, dass der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz endlich auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen wird. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind. Es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Der ausschweifende Roman gleicht einem kreischend grellen Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus.

Bücherfreundin Ingrid Nicoleitzik präsentierte das Buch „Die andere Hälfte der Hoffnung“ von Mechthild Borrmann aus dem Jahr 2014. In der verbotenen Zone von Tschernobyl, wo nur lebt, wer nicht anders kann oder gezwungen ist, sich zu verstecken, wartet die Protagonistin Valentina auf die Rückkehr ihrer Tochter aus Deutschland. Seit Monaten hat Valentina nichts mehr von ihr gehört. Sie scheint spurlos verschwunden – wie viele andere Studentinnen, die angeblich ein Stipendium in Deutschland erhalten haben. „Bücher inspirieren und wir möchten die Menschen dafür begeistern, mit Veranstaltungen wie dem heutigen Literaturmarathon. Solch große Stoffe, wie wir sie heute gehört haben, regen zum Nachdenken an“, betonte Bibliothekarin Michaele Schmülling-Kosel.

Beim anschließenden Literaturmarathin erlebten die Besucher entspannt aus dem Liegestuhl heraus die Übertragung von WDR 5 von der Literaturmesse lit.cologne aus Köln. Das Rudelgucken der Live-Schalte endete mit einem gemeinsamen Frühstück.