Eschweiler: Landwirte trotzen der Dürre und pumpen los

Eschweiler : Landwirte trotzen der Dürre und pumpen los

Die Dürre macht den Landwirten derzeit bundesweit zu schaffen. Wer seine Äcker bewässern kann, hat eine erhöhte Chance, noch einen Teil seiner Ernte retten zu können. Wer diese Möglichkeit nicht hat, dem bleibt jetzt nichts anderes übrig, als auf mehr Regen zu hoffen.

Damit wollten sich in Eschweiler offensichtlich nicht alle Bauern zufrieden geben: Mehrfach wurde beobachtet, wie Landwirte Wasser von der Inde abgepumpt haben. Und das ist auch erlaubt, wie das Umweltamt der Städteregion mitteilt: „Die Wasserentnahme aus natürlichen Gewässern mit mobilen Anlagen wie zum Beispiel Anhänger mit einem Wassertank fällt unter den Gemeingebrauch.“

Allerdings sei sie nur in soweit zulässig, als dass Befugnisse oder der Eigentümer- oder Anliegergebrauch anderer nicht beeinträchtigt und keine schädlichen Wasserveränderungen verursacht werden. Gewässer dürfen dadurch zum Beispiel nicht trockengelegt werden.

Auch dürfen Landwirte sich am Grundwasser bedienen, müssen dabei aber ebenfalls ähnliche Regeln beachten. Zunächst besteht eine Anzeigepflicht bei Entnahme von Grundwasser. Werden dabei gewisse Mengen überschritten, benötigt man eine Genehmigung der Wasserbehörde. Ab 30 000 Kubikmetern Grundwasser pro Jahr sind Landwirte in Eschweiler zudem automatisch Mitglied des Wasserverbandes Erft und müssen einen Beitrag zahlen.

Nachhaltig bewirten

Um das Wasserrecht zu erhalten, müssen die Landwirte gewährleisten, dass sie das Grundwasser nachhaltig bewirten, also auch der Umwelt noch genügend Wasser zu Verfügung steht, wie Dr. Stephan Lenk vom Erftverband erklärt. Zum anderen müsse geprüft werden, wie ergiebig der Boden ist, ob überhaupt genug Wasser geschöpft werden kann. Das ist vor allem vom Grundwasserleiter abhängig: In sandige Erdschichten kann das Wasser deutlich schlechter zusammenfließen als in kiesigen, erklärt der Experte. „Das muss immer im Einzelfall überprüft werden“, sagt er. Auch wenn das Grundwasser in Eschweiler überall gut zu erreichen ist.

Wie der Wasserverband mitteilt, liegt Eschweiler zum größten Teil außerhalb der Sümpfungseinflüsse, die vom Braunkohletagebau ausgehen. In Dürwiß zum Beispiel liegt das Grundwasser auf etwa 150 Metern über dem Meeresspiegel, die Geländehöhe liegt bei ungefähr 165 Metern. Damit ist das Grundwasser gerade mal 15 Meter unter der Erde. Im Kerngebiet und im Süden Eschweilers reicht es schon aus, fünf Meter tief zu bohren, um das Grundwasser zu erreichen.

Bislang nutzen in Eschweiler aber nur zwei Landwirte diese Option, um ihre Felder zu bewässern. Im Vergleich zu anderen Städten sei das wenig, erklärt Rainer Schöpfer vom Erftverband. Vielleicht ist es auch nicht mehr nötig, wenn der Himmel endlich genug Regen schickt — aber nicht zu viel. Das wäre das andere Extrem, das viele Landwirte fürchten.

(ll)
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