Eschweiler: Kunstwerkstatt „willsosein“: Alles andere als alltäglich

Eschweiler : Kunstwerkstatt „willsosein“: Alles andere als alltäglich

Der Eschweiler Kunstverein lädt zur Ausstellung „blick.wechsel“ ein. Geistig und körperlich behinderte Künstler aus der Region stellen ihre Werke im Talbahnhof aus. Es werden die Arbeiten aus der Kunstwerkstatt „willsosein“ gezeigt. Vernissage ist am Sonntag, 23. März, 11 Uhr, in der Städtischen Kunstsammlung im Kulturzentrum Talbahnhof, Raiffeisen-Platz 1-3.

Einführende Worte spricht Bernd Schartmann. Die Werke sind bis einschließlich 6. April, jeweils freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr, und sonntags von 11 bis 13 sowie von 16 bis 18 Uhr, zu sehen.

Die Ausstellung „blick.wechsel“ nimmt Bezug auf den Austausch zwischen Künstler und Betrachter und gibt so die Möglichkeit Fragen zu stellen, zu beobachten, eigene Standpunkte zu hinterfragen und gegebenenfalls zu wechseln.

Die Kunstwerkstatt „willsosein“ der Lebenshilfe Aachen — Werkstätten & Service GmbH, ist eine von Künstlern und Pädagogen geleitete Ateliergemeinschaft, die Künstlern mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung einen Vollzeit-Arbeitsplatz bietet. Momentan finden elf Menschen im Alter von 20 bis 60 Jahren ein kreatives Beschäftigungsfeld.

Im Atelier werden Talente entdeckt und weiterentwickelt — dazu gehören sowohl eine intensive Beschäftigung mit Techniken und Ausdrucksformen, als auch das künstlerische Improvisieren und Experimentieren.

Der Name der Künstlergruppe ist „willsosein“. Aus dem Bezug heraus, dass der Künstler auch als Mensch so sein will, wie er tatsächlich ist. Eben wie sein Bildwerk, das nicht erklärt werden will. Kunst bedeutet hier individueller, kreativer Lebensausdruck und ist die überaus ausdrucksvolle Botschaft einer anderen, besonderen Weltsicht.

Die Künstler von „willsosein“ bekennen Farbe. Ihre Werke sind unvermittelt und direkt. Sie machen sich selbst zum Kernpunkt ihrer Kunst. Sie machen sich selbst zum Kernpunkt ihrer Kunst. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Stil gefunden, oder ist auf dem Weg dorthin. So unterschiedlich sind die Persönlichkeiten, der eine ruhig, mit spitzem Stift filigrane Dinge zeichnend, die andere impulsiv, sich selbst bezähmen müssen, um nicht über den Bildrand hinaus zu malen. Die Künstler:

- Sürejja Durovska entwickelt in ihren Zeichnungen vielfältige Phantasiewelten.

- Gertrud Grotenklas lässt sich durch antike und mythologische Fabelwesen inspirieren.

- Natalie Nießen entfaltet abstrakte, fließende Formen.

- Lars Otten fasziniert durch Zeichnungen kleinteiliger Muster und Strukturen.

- Carolin Rinker besticht in ihren Bildern durch umfassende Körperstudien.

- Guido Käller beschäftigt sich meist mit Frauenporträts.

- Thomas Hieber bemalt großformatige Leinwände mit kraftvollen, ausdrucksstarken Farbkompositionen.

- Elisabeth Paulus findet ihre Motive in ihrem täglichen Umfeld.

- Jürgen Kirschbaum kennzeichnet sich durch große Farbflächen mit weichen Übergängen, vielschichtigen Farbaufträgen und einer stimmungsvollen Atmosphäre.

- Anika Sachtleben erfindet in ihren zarten Zeichnungen und Aquarellen filigrane Fabelwesen.

- Tosh Maurer bildet mit Tusche und Feder verflochtene Strukturen, die zu undurchlässigen Netzen verwachsen.

Seit 2010 wurden die Arbeiten der Künstlergruppe in der Städte Region Aachen und im nahen Ausland mit großem Erfolg der Öffentlichkeit vorgestellt.

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