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Eschweiler: Künstlerin, die mit ihrer Heimat leidet

Eschweiler : Künstlerin, die mit ihrer Heimat leidet

Zum Beginn des neuen Jahres präsentiert die Galerie Art Engert am Mittwoch, 21. Januar, um 19.30 Uhr in der Friedenskirche an der Friedrichstraße die Künstlerin Inge Broska mit ihrer Performance „Mit den Füssen zuerst”.

Die Performance war ursprünglich für Dezember vergangenen Jahres geplant, musste aber wegen Erkrankung der Künstlerin abgesagt werden.

Inge Broska lebt seit vielen Jahren in Otzenrath und ist auch bekannt als engagierte Gegnerin des Tagebauprojekts Garzweiler. Angeregt durch die Ausstellung „Landschaften” von Albert Borchardt beschreibt sie das Sterben des Dorfes Otzenrath, das durch die Ausbreitung des Braunkohletagebaus ausgelöst wurde.

Menschen im Fokus

Die Künstlerin beobachtet intensiv die Menschen, vor allem die älteren Menschen, die ihre angestammte Heimat verlassen müssen, deren Wohnstätte verlegt wird, ohne dass sie je gefragt worden wären, und die sich kaum an die neue Umgebung gewöhnen können.

Sie schildert die dörflichen Verhältnisse, wie sich das Leben in der alten Zeit abspielte, wie die Menschen miteinander umgingen, welchen Dialekt sie sprachen. Inge Broska steht auf der Seite der Umgesiedelten, sie fühlt mit ihnen, sie leidet mit ihnen.

Allen Menschen, die an dieser Vertreibung aus den Jahrhunderte alten Dörfern beteiligt sind, schleudert sie ihre Verachtung entgegen.

Studium in Köln

Inge Broska, in Mönchengladbach geboren, studierte an der Universität und der Fachhochschule in Köln Kunst und Haushaltslehre. Sie arbeitet seit 1983 im Frauenmuseum in Bonn, später gründete sie das Hausmuseum Otzenrath.

Die vielseitige Künstlerin arbeitet als Bildhauerin und Grafikerin und wird als ausdrucksstarke Performancedarstellerin auch international geachtet.