1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Krach zwischen Stadt und Müllfirma

Eschweiler : Krach zwischen Stadt und Müllfirma

Die Müllfirma Schönmackers aus Kerpen hat klar gemacht, dass sie es ist, die bei den Eschweiler Wirtschaftsbetrieben (WBE) das Sagen hat.

Gegen den Willen von Stadtkämmerer Manfred Knollmann, einem der beiden WBE-Geschäftsführer, und gegen den Wunsch von Bürgermeister Bertram, Vorsitzender des WBE-Aufsichsrates, wurden zum 1. Juli die fünf Eschweiler Müllfahrzeuge nach Aldenhoven verlagert, auf das Gelände der Schönmackers-Tochter Braun. Das Kanalspülfahrzeug kam nach Kerpen.

Firma macht „operatives Geschäft”

In den Wirtschaftsbetrieben hat die Stadt Eschweiler eine 51-Prozent-Mehrheit, die Schönmackers GmbH & Co. KG hält 49 Prozent und ist für das „operative Geschäft”, also die tägliche Arbeit, zuständig. Jürgen Mitter, der Geschäftsführer der WBE von der Schönmackers-Seite, zu der Verlagerung: „Ich habe das so angeordnet, ja. Herr Knollmann war an der Entscheidung nicht beteiligt. Als Geschäftsführer der WBE habe ich die betriebliche Organisation sicher zu stellen.”

Die Verlagerung ist nicht Mitters Idee - „unsere Controller haben gesagt, das ist billiger”. Zwar müssen die Eschweiler Müllwerker täglich nach Aldenhoven gebracht und wieder abgeholt werden, dem stünden jedoch Einsparungen durch bessere Arbeitsorganisation gegenüber. Eine längere Arbeitszeit gebe es nicht. Mitter: „Ich weiß nicht, warum da so ein Spektakel gemacht wird.”

Knollmann: „Das ist kein Umgang”

Manfred Knollmann empfindet das Vorgehen der Müllfirma als Affront: „Das ist kein Umgang miteinander.” Er habe an Schönmackers geschrieben - „er hat noch nicht mal geantwortet.” Auch Rudi Bertram ist „bitter enttäuscht”. Von der vereinbarten vertrauensvollen Zusammenarbeit sei das weit entfernt.