Eschweiler: Konzert der Franz-Liszt-Gesellschaft: Reife Meister und ein junges Talent

Eschweiler : Konzert der Franz-Liszt-Gesellschaft: Reife Meister und ein junges Talent

Nein, leicht machten es József Àcs und sein Gast Csaba Király den Zuhörern wirklich nicht. Nichts, was sie beim „Großen Konzert für zwei Klaviere“ der Franz-Liszt-Gesellschaft im Eschweiler Ratssaal auf das Programm gesetzt haben, hörte sich so ganz einfach flott herunter. Und doch: Die Menschen im Saal ließen sich von den beiden Pianisten in den Bann ihrer Kunst und ihres Könnens ziehen.

Fast zweieinhalb Stunden lang gaben die zwei Künstler ihr Bestes und entfalten dabei ein ums andere Mal pure Magie. Die Moderation übernahm dabei als Vertreter der Gastgeber Dr. Axel Gerick.

Ein unglaubliches Talent aus Eschweiler: Der 13-jährige Geiger Ruben Fehr begeisterte die Zuhörer im Ratssaal mit seinem Gastbeitrag. Foto: Christoph Hahn

Zu Beginn erwiesen Àcs, der Lokalmatador mit ungarischen Wurzeln, und sein Gast aus Pécs (Fünfkirchen) im Süden des Landes, Johann Sebastian Bach mit dessen Passacaglia in c-Moll die Ehre und hüllten schon dabei den Klang ihrer Konzertflügel in Dutzende von Farben. Schon weil sie auch Organisten sind, wissen Àcs und Király, was sie Bach schulden. Als Pianisten aber gingen sie das Meisterwerk ganz anders an. Das chromatische Spektrum der Orgel stand ihnen im Ratssaal nicht zu Verfügung. Statt dessen setzten die zwei Solisten auf eine andere Karte: auf ihr konzentriertes Zusammenspiel und auf große pianistische Gesten.

Ein Virtuosenstück ganz anderer Art war Mozarts D-Dur-Sonate für zwei Klaviere, bei der sich die zwei Künstler selbst gehörig zurücknahmen und ihr elegantes Spiel ganz in den Dienst des Stückes stellten — genau so, wie sie sich bei Liszts Ungarischer Fantasie auf der Tastatur voll ausleben und ihrer Herkunft Tribut zollen konnten. Nach der Pause dann ganz andere Klänge: Mit einer Bearbeitung der Symphonie Espagnole von Édouard Laló vermittelte der 13-jährige Geiger und Jugend-musiziert-Teilnehmer Ruben Fehr seinen Zuhörern eine Ahnung davon, dass es auch noch heute an der Inde junge Menschen mit besten Talenten gibt.

Mit der reifen Künstlerschaft von Àcs und Király bildete der Auftritt des Talents einen reizvollen Kontrast. Wie und worin sich diese Reife bei ihnen äußert — das zeigte das Duo gleich darauf mit Liszts „Totentanz“, einer bisweilen grellen und grotesken Paraphrase über die traditionelle gregorianische Melodie des „Dies irae“, eines Teils der Liturgie, mit der katholischen Christen ihre Verstorbenen begleiten. Da war viel radikale Hingabe im Spiel, ein Quäntchen Glaube und viele schillernde, meisterlich herausgearbeitete Töne. Immer mit dabei, beim Umblättern wie hinter den Kulissen: József Àcs‘ Ehefrau Violetta Palatinus, selbst eine gefragte Sänger. Kein Wunder, dass ein geziemender Anteil am Schlussapplaus ihr galt.

Ihr Mann und sein Gast revanchierten sich auf ihre Weise für den Beifall: Sie setzten sich Seite an Seite an ein Klavier und bedankten sich mit einer vierhändig gespielten Zugabe.