Konrad Stöckel begeistert im Talbahnhof

Konrad Stöckel begeistert im Talbahnhof : „Wie man mit ACDC das Licht ausmacht“

Das Himbeereis tropfte noch von der Decke, die letzten Nebelschwaden waberten noch durch den Raum und in der Nase lag noch der Duft frisch explodierter Pyro-Wolle. Keine Frage, die Comedy-Wissenschafts-Show von Konrad Stöckel hatte am Sonntagnachmittag beim Talbahnhof-Publikum nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Das selbsternannte „Weltwunder“ mit der Turbofrisur und dem unverkennbaren Hamburger Platt wirbelte wie ein durchgeknallter Chemieprofessor über die Bühne und erklärte auf höchst amüsante Weise, was eine Blütenstaub-Explosion ist und „wie man mit ACDC das Licht ausmacht“.

Feuerwehrhelm verteilt, Feuerlöscher im Anschlag und alles (scheinbar) im Griff, Konrad Stöckel zeigte sich bei seinem ersten Auftritt im Talbahnhof bestens vorbereitet, nur das Feuerzeug wollte nicht so recht funktionieren. Kein Problem für das Energiebündel auf der Bühne, denn Stöckel ist ein Meister der Improvisation, dabei folgen seine Live-Experimente auf der Bühne natürlich einer genauen Versuchsanordnung: selbst gebastelte Gerätschaften, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, das perfekte Gespür für Showeffekte und ganz viel Konfetti.

Der Entertainer, dessen Lust an der Chemie und Physik mit einem Zauberkasten im zarten Alter von 13 Jahren geweckt wurde, löschte am Sonntag Kerzen mit dem Schall einer E-Gitarre, zauberte Himbeereis aus der Molekularküche mit viel Sahne und flüssigem Stickstoff und verblüffte mit dem Bernoulli-Effekt beim Luftballonaufblasen.

Vier Mini-Salami reichen dem Comedian, um ein Loch in ein Backblech zu schweißen. Und auch bei der Blütenstaub-Explosion spielte Feuer die tragende Rolle, so dass den ersten drei Reihen im Talbahnhof kurz ordentlich eingeheizt wurde. Überhaupt ließ die Wissenschafts-Comedy des gebürtigen Hamburgers kaum Zeit zum Luftholen. Bei seiner Show kamen Groß und Klein auf ihre Kosten und während die erste Reihe zum personifizierten Versuchslabor Stöckels avancierte, amüsierten sich die restlichen Talbahnhof-Gäste köstlich über den leicht verrückt wirkenden, aber sehr sympathischen Comedian. Kein Wunder, dass Konrad Stöckel seinerzeit auch mit den meisten Wäscheklammern im Gesicht und Steine auf dem Kopf zerschlagen Einträge ins Guinness-Buch der Weltrekorde ergatterte.

„Wenn’s stinkt und kracht, ist’s Wissenschaft“, Konrad Stöckels Motto ist bei seiner Bühnenshow spür- und hörbares Programm, der Zuschauer ist Teil seines Comedy-Experiments, das ganz unbemerkt auf faszinierender Chemie und Physik fußt. Die Mischung aus dem verrückten Professor und genialen Zauberkünstler lassen die Augen an dem Mann mit der wilden Lockenmähne und weißem Kittel haften und ständig fragt sich der Zuschauer, was der Wirbelwind auf der Bühne wohl als nächstes in die Luft gehen lässt oder abfackelt.

So wie am Sonntag im Talbahnhof macht Wissenschaft der gesamten Familie Spaß.

(vr)