Eschweiler: Klimapreis für die Initiative „Plant-for-the-planet“

Eschweiler : Klimapreis für die Initiative „Plant-for-the-planet“

Wie die Großen nahmen die Brüder Henri (12 Jahre alt) und Anton Mommertz (8) am Donnerstag die Urkunde entgegen, der mit immerhin 2500 Euro verbunden ist: den Innogy-Indeland-Klimapreis. Das junge Duo sprach stellvertretend für die Initiative „Plant-for-the-planet“.

Weltweit setzt sie sich für Naturprojekte ein und fördert das Naturverständnis von jungen Menschen. Im September soll eine Jugendakademie in Eschweiler starten. Allein wollen die Brüder dabei nicht bleiben, und so sprach Henri das Ziel offen aus: „Wir wollen, dass noch viele Kinder mitmachen.“

Kinder als Klimabotschafter — dies überzeugte die Jury, die Hälfte des ganzen Preisgeldes an die Initiative zu überweisen. Untätig war die Gruppe schließlich im vergangenen Jahr nicht. Beim Waldtag im Oktober stellten die Kinder das Projekt vor. Sie sammelten Spenden und ermöglichten auf diesem Weg, selbst weit über 200 Bäume im Stadtwald zu pflanzen.

Bäume zu setzen, ist ein zentrales Anliegen der Initiative, um so einen weltweiten Beitrag zur Senkung des Kohlendioxids in der Luft zu gewährleisten. Doch damit nicht genug: Die Kinder werden als Botschafter Vorträge zum Klimaschutz halten. Darüber hinaus unterstützen sie auch gleiche Initiativen in Ländern der Dritten Welt finanziell. Kein Wunder also, dass weitere Sponsoren gesucht werden.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Eschweiler, Hermann Gödde, lobte das Engagement der Kinder und Jugendlichen ausdrücklich: „Wenn man es mit Klimaschutz ernst meint, dann muss man vor Ort anfangen, auch wenn man die Welt von Eschweiler allein aus nicht ändern kann.“ In die gleiche Kerbe schlug der Geschäftsführer der Indeland-GmbH, Jens Bröker. Die gesamten Planungen seien nicht ausreichend, wenn es nicht Menschen gebe, die die Zukunft gestalten würden. „Die Kinder haben mit ihren Projekten einen vorbildlichen Beitrag zur Zukunftsgestaltung geliefert“, sagte er bei der Preisverleihung am Blausteinsee.

Preisgelder erhielten zudem die Willi-Fährmann-Schule und die Gesamtschule Waldschule. Beide haben in den vergangenen Jahren immer wieder unterschiedliche Umweltprojekte auf den Weg gebracht. Carolin Emonds-Seeger nahm mit Schülern der Willi-Fährmann-Schule den 2. Preis entgegen. Dort werden Hühner artgerecht auf dem Schulbauernhof gehalten.

Die Tiere, die vom Tierschutzverein „Terra Mater“ aus Massenhaltung gerettet wurden, haben dort eine neue Bleibe gefunden. Laut Emonds-Seeger sollen weitere Tiere hinzukommen: „Irgendwann wollen wir die Eier auch zum Verkauf anbieten, es sind schließlich Bio-Eier.“ Im Vordergrund stehe allerdings der pädagogische Ansatz für die Schüler. Die 1500 Euro Preisgeld sollen in die Vergrößerung des Hühnerstalls gesteckt werden.

In der Waldschule wurde am Mittwoch der Entschluss gefasst, was mit dem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro geschehen soll: Dort werden in Kooperation mit dem Bienenzuchtverein Bienenstöcke aufgestellt. Darüber hinaus sollen „insektenfreundliche“ Sträucher und Blumen gesetzt werden. Die Schüler der Stufen 8 bis 10 haben sich im vergangenen Jahr im naturwissenschaftlichen Ergänzungskurs mit dem Rückgang und den Schutz heimischer Insektenarten beschäftigt. Für die Schule erhielten die Lehrer Patrick Frenkel, Petra Beckmann und der kommissarische Schulleiter Stefan Gerold die Urkunde am Donnerstag.

Am Blausteinsee werden auch in Zukunft weiter Umweltprojekte angeboten. Dort findet am 29. September die Akademie der Initiative „Plant-for-the-planet“ statt. Interessenten können sich schon jetzt unter www.plant-for-the-planet.org informieren und anmelden. Die Akademie startet um 9 und endet um 17:30 Uhr. Zur Abschlussveranstaltung ab 16:30 Uhr sind schließlich alle Eltern, Freunde, Verwandte und Interessierte eingeladen. In Kürze will die Initiative dazu auch einen Flyer herausgeben.

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