Eschweiler: Klaviertrio gibt Konzert der Extraklasse für guten Zweck

Eschweiler: Klaviertrio gibt Konzert der Extraklasse für guten Zweck

Außergewöhnlicher Zeitpunkt, außergewöhnlicher Ort, außergewöhnlicher Musikgenuss: Am Abend des Totensonntags luden die Verantwortlichen der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler zum Matineekonzert in die Kapelle des St.-Antonius-Hospitals ein.

Dort zeigte das Klaviertrio Köln-Weimar mit Violoncellistin Dagmar Spengler (Solocellistin der Staatskapelle Weimar), Violinist Professor Gernot Süßmuth (Konzertmeister der Staatskapelle Weimar) sowie Pianist Oliver Drechsel (Hochschule für Musik und Tanz Köln) Kostproben seines großen Könnens.

In Vollendung vorgetragene Werke von Franz Schubert (Trio B-Dur), Anton Arensky (Trio d-Moll) und natürlich Franz Liszt (Elegie Nr. 1 für Violoncello und Klavier sowie Elegie Nr. 2 für Violine und Klavier) rissen das Publikum immer wieder zu starken Beifallsbekundungen hin.

Wunderbare Aspekte

Weitere wunderbare Aspekte des gelungenen Konzertabends: Der „Förderverein Regionaler Onkologischer Schwerpunkt Eschweiler“ erhält durch den Erlös sowie Spenden finanzielle Hilfe. Darüber hinaus verkaufte der Lions-Club Eschweiler-Ascvilare Adventskalender. Die Einnahmen werden Projekten an sozialen Brennpunkten der Indestadt zugute kommen.

„Jede zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs. Früher ein Todesurteil, gibt es heute zahlreiche Therapien, die das Leben der Frauen retten und auch entstellende Maßnahmen nur noch äußerst selten notwendig machen“, betonte dazu Moderator Dr. Axel Gerick von der Franz-Liszt-Gesellschaft, dass weder Termin noch der Ort des Konzerts zufällig gewählt worden seien.

Die Gründe für die medizinisch positive Entwicklung seien in den Fortschritten der Tumorforschung zu suchen. „Diese kostet jedoch eine Menge Geld. Geld, das die Krankenkassen den Krankenhäusern leider nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen“, bat der Gynäkologe um Unterstützung.

In die gleiche Kerbe schlug Oberarzt Morteza Shahdoust Moghadam, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie am St.-Antonius-Hospital, der vor allem die Bedeutung der interdisziplinären Kooperation hervorhob. „Die Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenschwestern und Physiotherapeuten, aber auch der Psycho-Onkologie, die sozialen Dienste und, ganz gewiss nicht zu vergessen, der Ehrenamtler ist für die Patienten Gold wert: „Viele Menschen helfen den Patienten, mit einer Diagnose zurechtzukommen, die ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht und tragen das Leid mit.“

Zwischen diesen Erklärungen lagen gut eineinhalb Stunden klassische Musik der Extraklasse. Scheinbar spielerisch leicht und dennoch mit absoluter Präzision widmeten sich Dagmar Spengler, Gernot Süßmuth und Oliver Drechsel einem Programm, das der Würde des Tages absolut angemessen war.

Welt wieder strahlen lassen

Dem Urteil Robert Schumanns über Schuberts „Trio B-Dur“, ein Blick auf dieses Werk lasse die Kümmernisse des Menschen verblassen und die Welt wieder strahlen, schlossen sich das Publikum, Dr. Axel Gerick und nicht zuletzt Hausherr und Gastgeber Pfarrer Christoph Graaff an. „Kammermusik und Kapelle sowie ein Flügel, der von einer Bibel gehalten wird - das passt. Wir haben Musik zum Dahinschmelzen gehört“, so der Geistliche.

Ihm gab nach diesen Worten der Applaus der Konzertbesucher mehr als Recht.

(ran)
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