Eschweiler: Kirche dreht Seelsorgerin den Geldhahn zu

Eschweiler: Kirche dreht Seelsorgerin den Geldhahn zu

Elf Jahre lang war Ulrike Sommer evangelische Pfarrerin im St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. Jetzt musste sie Abschied von ihrer Arbeitstelle und ihren Kollegen nehmen — die evangelische Kirche finanziert ihre Stelle nicht weiter.

Ulrike Sommer war nicht nur Pfarrerin, sondern auch Teil des Seelsorge-Teams des Krankenhauses. Ihr Weggang würde eine große Lücke hinterlassen, meinte auch Sommers Kollege, der katholische Pfarrer Christoph Graaff. Gemeinsam hatten die beiden 2007 das Seelsorge-Team aufgebaut.

Damals verließen die Ordenschwestern aus Altergründen und Nachwuchsmangel das St.-Antonius-Hospital. Sie waren für den Kapellendienst verantwortlich und in der Seelsorge tätig. Graaff und Sommer konnten die Tätigkeiten der Ordensschwestern in der Seelsorge durch ihr neu gebildetes Team ersetzten und sogar weiter ausbauen.

So konnten Graaff und Sommer bald einige ehrenamtliche Helfer für sich und ihr Seelsorge-Team gewinnen. So wurde gewährleistet, dass auch nachts ein Seelsorger vor Ort war, der Patienten oder Angehörigen ein offenes Ohr und etwas Trost spenden konnte.

Zur Abschiedsmesse in der Kapelle des St.-Antonius-Hospitals waren viele Beschäftigte des Krankenhauses gekommen, um sich von Ulrike Sommer zu verabschieden. „Wir sind sehr dankbar für die Zeit, in der du hier im Krankenhaus als Pfarrerin tätig warst. Mit deinem Weggehen wird vor allem die Frau im Seelsorgedienst fehlen“, sagte Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des Hospitals.

Sommer war vor allem in der Seelsorge für Brustkrebspatientinnen tätig. Als Dank für ihren jahrelangen Einsatz überreichte ihr Christoph Graaff eine Bronzestatue des heiligen Antonius, des Schutzpatrons des Hospitals, in Bronze überreicht. Ulrike Sommer zeigte sich sichtlich ergriffen. Wo ihre nächste Arbeitstelle sein wird, ist noch unklar.