Eschweiler: Kinder packen Pakete der Nächstenliebe

Eschweiler: Kinder packen Pakete der Nächstenliebe

Prall gefüllt sind sie, und schön mit Geschenkpapier geschmückt. Aus der einen oder anderen ragt ein Brief hervor und auf den ersten Blick ist klar: Mit den Weihnachtskisten für die Eschweiler Tafel haben sich die Kinder der Grundschule Weisweiler richtig viel Mühe gegeben.

Die Schule beteiligt sich in diesem Jahr an der Aktion der Tafeln in NRW, die von unserer Zeitung und dem WDR unterstützt wird: Eine gute Woche lang haben die Kinder von Zuhause Lebensmittel für Bedürftige mitgebracht und in eines der Pakete gelegt, die in ihren Klassenräumen standen.

Damit möchten die Kleinen anderen Menschen so kurz vor dem Fest eine Freude machen, denn sie wissen genau, Armut gibt es auch in ihrer Heimatstadt. „Da kann man schon mal ein wenig von dem abgeben, was man hat”, bemerkt Benedikt, während seine Mitschüler heftig nicken.

Diese Einstellung freut besonders Anneliese Küpper. Die Vorsitzende der Eschweiler Tafel sieht so gut wie jeden Tag, wie schlecht es manchen Menschen geht. Sie weiß, dass bei vielen die Mittel für Lebensmittel knapp und die Sorgen groß sind. Jeden Tag würden zwischen 70 und 80 Menschen zur Tafel kommen, erklärt sie den Kindern. Und besonders traurig sei, dass immer mehr auf die Unterstützung angewiesen seien. Etwa 600 Berechtigungskarten hat die Tafel bisher ausgestellt.

„Was ist denn, wenn nicht mehr genug Lebensmittel für alle da sind?”, fragt ein Mädchen besorgt. „Dann würden wir noch etwas dazukaufen”, erklärt Anneliese Küpper und verweist darauf, dass der Tafel auch Geld gespendet wird, das man in solchen Fällen gut einsetzen könne. Im Fall der Weihnachtskisten hofft Anneliese Küpper allerdings sehr, dass auch dieses Mal so viele zusammenkommen wie im vergangenen Jahr. „Da hatten wir nämlich genug für alle.”

Die acht Kisten, die von den Grundschülern gepackt worden sind, sollen an besonders große Familien abgegeben werden. Weil die Kinder viel mitgebracht haben und die Kisten mit haltbaren Lebensmittel reich bestückt sind.

Am morgigen Dienstag werden die Pakete abgeholt und zum Jugendheim St. Peter und Paul gebracht. Mittwochs werden sie dann verteilt und hoffentlich für ein wenig Freude sorgen.

Die hatten übrigens auch die Kinder. Miteinander teilen, das hat Spaß gemacht. Sie kennen es aus dem Religionsunterricht, verrät Schulleiterin Michaela Bleimann. Da haben sie über die heilige Elisabeth und den heiligen Martin gesprochen, die den Armen geholfen haben. Und nun wissen die Kinder, was das für ein Gefühl ist: ein richtig gutes.

Was alles in die Weihnachtskisten kann

Jeder, der selbst eine Kiste packen möchte, sollte keine verderblichen Lebensmittel hineinpacken. Nudeln, Kaffee, Schokolade, Mehl und Konserven sind hingegen kein Problem.

Die Weihnachtskisten sollen am Dienstag, 15. Dezember, von 9 bis 18 Uhr im Jugendheim der Pfarre St. Peter und Paul, Peter-Paul-Straße, abgegeben werden.



Ausgabe ist am Mittwoch, 16. Dezember, von 10 bis 18 Uhr, wobei die Tafel die Kunden in zwei Gruppen eingeteilt hat, damit es nicht zu langen Wartezeiten kommt.

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