Eschweiler: Kinder können „Hello” aus dem Effeff

Eschweiler : Kinder können „Hello” aus dem Effeff

„Good morning, Mister Schnitzler!” Gebannt starren die Kinder der 3. Klasse auf den Kinzweiler Schulleiter. Seit Beginn des Schuljahrs gehört Englisch zum Stundenplan.

Doch die zwei zusätzlichen Stunden in der Woche sind für die Kleinen kein Problem: „Dadurch wird die Fähigkeit verstärkt, Sprachen zu lernen”, ist sich Gerd Schnitzler sicher.

Lehrer auf der Schulbank

Als die Vorgabe des Landes bekannt wurde, mussten zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden. Einige Lehrer drückten nochmal die Schulbank, festigten ihre Englischkenntnisse und erbrachten am Ende einen Nachweis nach „Cambridge 1”.

Parallel dazu stand eine methodisch-didaktische Schulung an, denn das Fach wird in der Grundschule anders unterrichtet als auf dem Gymnasium.

Gesprochene Sprache

So steht die gesprochene Sprache im Vordergrund. „Wenn wir den Klassenraum betreten, dann reden wir nur noch Englisch und verstehen nur noch Englisch”, erklärt Schnitzler. Gesten, Bilder, CD-Rom und Handpuppen helfen den Kindern dann, das Gesprochene zu verstehen.

Die Pädagogen wollen damit erreichen, dass die Fremdsprache so kennen gelernt wird wie die Muttersprache. „Auch Deutsch haben wir schließlich nicht über die Vokabel oder das Schriftbild einstudiert”, so Andrea Schümmer, die ebenfalls an der Kinzweiler Grundschule Englisch vermittelt.

Kein Leistungsdruck

Das Fach wird zwar benotet, jedoch versetzungsrelevant ist es noch nicht. „Und das ist auch gut so”, sieht Schnitzler darin Vorteile. Da es in erster Linie darum gehe, ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln, sei Leistungsdruck eher hemmend, urteilt der Sprecher der Schulleiterkonferenz.

Darum wird auf das Schriftbild zunächst verzichtet, denn das gesprochene Wort habe für die Kinder auf dem ersten Blick nichts mit dem geschriebenen gemeinsam.

Sitzt die Aussprache, dann kommen Texte hinzu. Fehler sind zunächst erlaubt, schließlich sollen die Kinder offen an das Fach herangehen.

Alltag im Mittelpunkt

Der Alltag steht im Mittelpunkt, wenn Andrea Schümmer vor die Klasse tritt. Dinge, die die Kinder aus ihrer unmittelbaren Umgebung kennen. CD’s lassen „native speakers”, also Engländer zu Wort kommen.

Das Gelernte wird in ein so genanntes Portofolio, ein Fortschrittstagebuch zusammengefasst. Selbst die Weihnachtsfeier wurde in Englisch abgehalten, wobei die Eltern sehr überrascht waren, wie schnell ihre Sprösslinge Fortschritte gemacht haben.

Im nächsten Jahr sollen auch die Kinder der 4. Klassen Englisch auf dem Stundenplan haben. Dann wird das „neue” Fach übrigens auch bei Versetzungen berücksichtigt.