Kinder besuchen Kläranlage in Eschweiler

In der Kläranlage : Bakterien „fressen“ das Indewasser wieder sauber

Ein Tag am Klärwerk? „Bah, da stinkt es doch total!“, dürfte sich das ein oder andere Kind gedacht haben. Doch am „Maus-Türöffner-Tag“ gab es doch einiges zu lernen am Eschweiler Klärwerk des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER).

Die beliebte Kindersendung der „Maus“ hatte aufgerufen und zahlreiche Institutionen, die sonst nicht zugänglich sind, öffneten ihre Tore am Nationalfeiertag für neugierige Kinder und Eltern.

In der Wasserschule zeigte ihnen Claudia Goormann beispielsweise, was alles in unserem Abwasser landet. Mit Vorschlägen der Kinder mischte sie Shampoo, Geschirrspülmittel und Dreck im Wasser zusammen, um dann zu fragen: „Wie kriegen wir das wieder sauber?“ Gemeinsam erarbeitete sie mit den Kindern die Wege, wie im Klärwerk das Wasser gereinigt wird. „Wir wollen die Vorgänge kinderfreundlich erklären“, so Marcus Seiler, der für die Öffentlichkeitsarbeit des WVER zuständig ist.

Die Kinder mit ihren Eltern lernten, wieviel Wasser ein einzelner Mensch verbraucht, und erfuhren, dass 500 Liter Abwasser pro Sekunde in der Eschweiler Anlage ankommen, die am tiefsten Punkt der Stadt liegt. Und noch weitere Zahlen gab es zu hören: So erfuhren die Besucher, dass die 1987 erbaute Anlage bereits sechsmal umgebaut wurde und 1,4 Millionen Euro pro Jahr kostet.

Nach der Wasserschule ging es dann zusammen mit einigen der insgesamt zwölf Mitarbeitern durch die Anlage, wo die verschiedenen Schritte, die man vorher besprochen hatte, sichtbar wurden. Vorbei an den automatischen Sieben wanderten die Gruppen zu den großen Becken, in denen die hinzugefügten Bakterien den Dreck „aufessen“ sollen. In den riesigen Faultürmen stellen sie dabei Methangas her, dass an ein Blockheizkraftwerk weitergeleitet wird, wie die Mitarbeiter in den Führungen erklärten. Damit könne immerhin 60 Prozent des Energiebedarfs selbst gedeckt werden.

So konnten die Besucher entdecken, wie aus dem braunen, dreckigen Wasser, das an der drittgrößten Anlage des WVER – hinter den Werken in Düren und der Aachener Soers – ankommt, Becken für Becken in einer Zeit zwischen 3 und 24 Stunden das klare Wasser wird, welches schließlich zurück in die Inde geleitet wird. Ein spannender Blick für die vielen Kinder hinter die Kulissen, der das „dreckige“ Image der Anlage ordentlich aufpolierte.

(cheb)