Röetsche: KG Ulk Oberröthgen bietet Gästen im Burghof ein Spitzenprogramm

Röetsche : KG Ulk Oberröthgen bietet Gästen im Burghof ein Spitzenprogramm

Einmal mehr fühlte Präsident Heinz-Michael Raby dieses berühmte „Kribbeln im Bauch“, nachdem er am Samstagabend die Bühne des Burghofs erklommen hatte, um die Kostümsitzung „seiner“ KG Ulk Oberröthgen zu eröffnen. Kein Wunder: Schließlich schaute er in einen zum Bersten mit fantasievoll verkleideten Jecken gefüllten Saal.

Und hatte obendrein ein Programm „im Rücken“, das alles bot, was eine Sitzung bieten kann: Jubel, Trubel, Heiterkeit, gepaart mit freudvollen und wehmütigen Emotionen, schwungvollen Tänzen, mitreißender Musik, prima Reden und dem Besuch des karnevalistischen „Höchstadels“.

Dem farbenfrohen und schwungvollen Einmarsch des Korps in blau, weiß und rot folgte zunächst der tänzerisch glänzende Ausstand von Tanzmariechen Janine Kronenberg, das nach neun Jahren als Aushängeschild der KG Ulk Oberröthgen die Tanzstiefel aus beruflichen Gründen an den sprichwörtlichen Nagel hängen wird.

Voller Wehmut nahm Heinz-Michael Raby symbolisch Abschied von seinem „Zuckerklömpchen“, das nach einer mitreißenden Darbietung noch einmal den lautstarken Applaus des Publikums genoss. Der vom neuen Kommandanten Josef Nier kurz darauf angekündigte Tanz des uniformierten Korps entpuppte sich als fulminante Darbietung samt Stippefötche-Einlage, bevor der Spielmannszug „Die Stoppelhusaren“ die musikalische Rechnung „Dreimol Null is Null is Null“ aufstellte und alle „Kölsche Mädcher“ grüßte.

Ein Humorfeuerwerk

Ein wahrhaft buntes Gesangs- und Humorfeuerwerk zündeten die zehn „jecken Holländer“ von „Jod Jeck“ unter der Leitung von Henk Vannuys, der nicht zuletzt Mitleid für seine Gastgeber im Gepäck hatte. „Ihr Deutschen müsst den ganzen Sommer Fußball gucken. Wir Holländer fahren in Urlaub“, ließ er wissen, bevor er und seine Combo mit der „Perle Tirols“, „Marina“, einem Sirtaki, „Schön ist es auf der Welt zu sein“ sowie „Leev Marie“ eine Reise kreuz und quer durch Europa antraten, um mit einem „Fastelovends-Beatles-Medley“ von „Let it be“ bis „Hey Jude“ den umjubelten Auftritt zu beenden.

Heinz-Michael Raby ließ es sich nicht nehmen, den für die Ulker durchaus günstigen Gagen-Wunsch der westlichen Nachbarn zu verraten: „Tickets für das WM-Finale Holland gegen Italien samt Anreise mit Air Berlin!“

Einen fantastischen wie vermeintlich unverhofften Bewerbungstanz präsentierte wenig später Jugendmarie Olivia Rappe, die folgerichtig vom Präsidenten per Ernennungsurkunde zum neuen Tanzmariechen samt Fässchen als Insignie sowie zum „Pralinchen“ ernannt wurde. Hochemotional ging es mit der Ernennung von Karl-Heinz Block zum Ehrenkommandanten der KG Ulk Oberröthgen weiter, bevor mit Pia Kolvenbach alias „Lätitia Rosenmonday“ ein waschechter Fastelovendsjeck aus Übersee „Stage“ und Saal eroberte.

Die Vertreterin der „Academy of Lifestyle and amazing friendship“, kurz „Alaaf“, fühlte sich gleich heimisch, schließlich hielten in unmittelbarer Nähe die „Trumpelbülle Eschweiler“ ebenfalls eine Versammlung ab, verkündete sie, um mit den (No-)Wi(c)kileaks auch noch einige heiße Eisen anzupacken. Einen außerordentlichen Augenschmaus bot die Mariechen- und Tanzpaargruppe des Karnevalskomitees, die prächtige Vorarbeit für seine Tollität Prinz Patrick I. leistete.

Dieser wurde samt Zeremonienmeister Michael und Hofstaat vom närrischen Volk bombastisch empfangen und revanchierte sich mit seiner gefühlvollen Hommage „Heimat an d‘r Eng“. Selbstredend wurde auch in der Oberröthgener Sauna die Stadt gerockt.

Ihren verdienten Lohn erhielt wenig später Fastelovendsjeck Carola, die wie im vergangenen Jahr eine 700 Kilometer lange Anreise aus dem sächsischen Bautzen zurückgelegt hatte, um die Ulker Kostümsitzung und eine indestädtische Tollität aus nächster Nähe erleben zu können.

Die erste Rakete

Stramme Waden und fesche Madln boten die Garagendäncer der Ulker, die ihre „Haxen“ vehement in die Lüfte warfen. Wahrlich höchste Ansprüche in Sachen Schwung, Elan und Anmut erfüllte das Ulker-Tanzpaar Julia Faust und Dennis Zylus. Die erste Rakete des Abend war fällig.

„Eng zusammenrücken“ lautete das Kommando auf der Bühne, als die von Ehrenpräsident Wilfried Engels angeführte KG Eefelkank Hastenrath in geballter Stärke anrückte: Eefelmarie Janine Jansen glänzte, die „Killewittchenkompanie“ holte tänzerisch die „Stääne“ vom Himmel, die Tanzgarde stach mit den „Piraten“ in See und die „Brass-Els-Kapelle“ machte ihrem Namen einmal mehr Ehre.

Durchgeschüttelt statt gerührt wurde das bunte närrische Völkchen im Saal dann von der Ulker Showtanzgruppe „Shining Dance Stars“, die auf den Spuren James Bonds wandelte. Zwar nicht im Auftrag ihrer Majestät, dafür aber auf Veranlassung des Bundes Deutscher Karneval wurde Sarah Federau mit dem „Tanzsportabzeichen in Silber“ ausgezeichnet. Zu später Stunde erblickte keine Geringere als Lieselotte Lotterlappen schließlich das eine oder andere Gesicht im Publikum, das sie an „Boris Becker vor dem Geldautomaten“ erinnerte.

Den frühen Sonntagmorgen begrüßten schließlich gemeinsam mit dem begeisterten Publikum die Fanfarentrompeter „Die Weisweiler“ unter der Leitung von Oliver Brosius. Ein großartiger Abend, an dem sich die Ulker als im wahrsten Sinne des Wortes „90 Jahre jung“ präsentierten.

(ran)